ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 5/2010Festplattensysteme im Netz: Sichere Datenspeicherung

SUPPLEMENT: PRAXiS

Festplattensysteme im Netz: Sichere Datenspeicherung

Dtsch Arztebl 2010; 107(49): [14]

Montag, Tobias

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Für den komfortablen, schnellen Zugriff auf Daten in einem Rechnernetz empfiehlt sich der Einsatz von „Network Attached Storage“-Systemen.

Der klassische Praxiscomputer steht in der Regel an der Rezeption, und hier sind meist auch die Daten der Patientendatei gespeichert. Andere Arbeitsstationen in einem Netzwerk können auf diese Datei zugreifen. Ist der zentrale Rechner schon etwas älter – und nicht in allen Praxen steht immer die neueste Technik – dann kann seine Leistung beim Zugriff „in die Knie“ gehen. Das merkt das Personal zum Beispiel dar- an, dass Daten nicht sofort angezeigt werden oder es etwas länger dauert, bis etwa ein Rezept oder eine Überweisung ausgedruckt sind. Sind auf dem zentralen Rechner auch noch größere Bilddateien gespeichert, wie zum Beispiel Digitalfotos vom Behandlungsverlauf oder Röntgenaufnahmen, kann seine Festplatte schnell zu klein werden. Auch das macht sich – bevor die Fehlermeldung „Platte voll“ kommt – durch immer langsamer werdende Bedienbarkeit bemerkbar.

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Es ist deswegen sinnvoll, die Patientendatenbank und größere Dateien nicht auf einem Computer zu speichern, sondern separat auf einem speziell (und nur) für die Speicherung geeigneten System. Diese Geräte nennt man „Network Attached Storage“ (NAS), sie werden über das Netzwerk mit den anderen Rechnern im Praxisnetz verbunden. NAS ähneln kompakten Computern, sind in der Regel aber nur halb so groß. Sie enthalten auch einen abgespeckten Rechner, Elektronik für die Verbindung mit dem Netzwerk sowie meist mehrere (mindestens zwei) Festplatten. In der Regel agieren sie zudem so leise, dass man sie beliebig in der Praxis platzieren kann.

NAS-Systeme bieten eine Speicherkapazität, die mindestens doppelt so hoch ist wie die normaler Windows-Computer – also „Platz satt“ für die Patientendaten und Bilddateien. Reicht es irgendwann mal nicht mehr aus, können sie erweitert werden, ohne dass an den Arbeitsstationen etwas geändert werden muss.

Gewohntes Arbeiten

Für Ärzte und Praxismitarbeiter ändert sich nichts: Sie greifen von ihrem Computer auf das NAS zu, als wäre das separate Laufwerk eine Festplatte im eigenen Computer. Die Trennung der Datenspeicherung vom zentralen Praxiscomputer ermöglicht es, dass die Patientendatei auch von anderen Stationen im Praxisnetz abgerufen werden kann. Der Netzwerkzugriff erfolgt dabei so flink, dass Unterschiede nicht festzustellen sind – im Gegenteil, es dürfte deutlich zügiger gehen. Moderne Arztsoftware sollte sich auch auf einem zentralen NAS installieren lassen.

NAS-Geräte bieten mehr Sicherheit als normale Windows-Computer. Sie enthalten mehrere Festplatten, und das Verwaltungssystem speichert die Daten darauf nach einem bestimmten Verfahren, so dass eines der Laufwerke sogar ausfallen könnte, ohne dass die Daten verloren gehen. Eine externe Datensicherung, die an einem anderen Ort gelagert wird, sollte der Arzt trotzdem durchführen. Dann ist bei einem Totalverlust durch Diebstahl, Brand oder Überschwemmung in der Praxis der Bestand nicht verloren. NAS unterstützen die externe Datensicherung. An Geräte wie die Buffalo Terrastation III kann vorne eine externe Festplatte angeschlossen werden, auf die sich die Daten schnell und bequem sichern lassen. Ähnliche Lösungen gibt es etwa von LaCie, ZyXEL, Netgear oder D-Link. Die Auswahl obliegt dem Arzt und seinem Systemhaus.

NAS-Laufwerke kosten etwa so viel wie ein separater Computer. Sie sind jedoch eine praktische, unkomplizierte Erweiterung eines Praxisnetzwerks und sorgen für mehr Unabhängigkeit der Arbeitsstationen vom Datenbestand eines einzelnen PC. Sie bieten eine hohe Datensicherheit, erleichtern die Datensicherung und bringen dem Netzwerk in der Arztpraxis insgesamt eine höhere Geschwindigkeit. Tobias Montag

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