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Herr Egidi zeigt sich überrascht, dass wir die Komplikationen der Tonsillektomie nicht diskutierten. Er zitiert einen kleinen Ausschnitt der großen Zahl an Untersuchungen, die bereits zu den Komplikationen der Tonsillektomie vorliegen. Eben aus diesem Grunde waren die Komplikationen der Tonsillektomie nicht die Zielgröße dieser Untersuchung, sondern die postoperative Lebensqualität.

Herr Egidi weist darauf hin, dass es sich bei der Tonsillektomie nicht um einen banalen Eingriff handelt. Wir stimmen zu, haben allerdings auch mit keinem Satz in unserem Artikel einen anderen Eindruck erweckt. Richtigerweise weist er außerdem darauf hin, dass die Indikation zur Tonsillektomie eng gestellt werden muss, insbesondere bei Kindern. Die von ihm kritisierte Arbeit bezieht sich allerdings ausdrücklich auf Erwachsene. Die Indikation zur Tonsillektomie unterscheidet sich inzwischen sehr deutlich zwischen Kindern und Erwachsenen. Darüber hinaus bleibt festzuhalten, dass die Tonsillektomie mit mehr als 110 000 pro Jahr eine in Deutschland häufig durchgeführte Operation ist (1). Damit wird auch ein großer Teil der Leserschaft dieser Zeitschrift selbst gut beurteilen können, ob er dabei „Gesundheit und Leben aufs Spiel gesetzt“ hat.

Der Leserbriefschreiber weist darauf hin, dass eine retrospektive Untersuchung mit Befragung der betroffenen einen Verzerrungseffekt dahingehend beinhalten kann, dass der betroffene Patient im Rahmen einer derartigen Befragung auch seine eigene Entscheidung für eine Operation kritisch hinterfragt. Diese Erkenntnis ist tatsächlich banal und trifft für jede retrospektive Befragung von Betroffenen zu und nicht nur bei der Entscheidung für operative Therapien.

Ob die von uns vorgelegte Untersuchung wertlos ist, wie der Schreiber postuliert, werden diejenigen beurteilen, die sich praktisch oder wissenschaftlich mit der Indikation zur Tonsillektomie bei Erwachsenen befassen.

DOI: 10.3238/arztebl.2010.0874b

Dr. med. Götz Senska

Prof. Dr. med. Philipp Dost

HNO-Abteilung

Marienhospital Gelsenkirchen GmbH

Virchowstraße 122

45886 Gelsenkirchen

E-Mail: goetzsenska@arcor.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

1.
Statistisches Bundesamt Deutschland: Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik), Diagnosen und Prozeduren der vollstationären Patienten und Patientinnen in Krankenhäusern 2006, Fachserie 12 Reihe 6.4.
2.
Senska G, Ellermann S, Ernst S, Lax H, Dost Ph: Recurrent tonsillitis in adults—the quality of life after tonsillectomy. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(36): 622–8. VOLLTEXT
1.Statistisches Bundesamt Deutschland: Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik), Diagnosen und Prozeduren der vollstationären Patienten und Patientinnen in Krankenhäusern 2006, Fachserie 12 Reihe 6.4.
2.Senska G, Ellermann S, Ernst S, Lax H, Dost Ph: Recurrent tonsillitis in adults—the quality of life after tonsillectomy. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(36): 622–8. VOLLTEXT

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