ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2010Ambulante Kodierrichtlinien: Übergangsfrist beschlossen

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Ambulante Kodierrichtlinien: Übergangsfrist beschlossen

Hillienhof, Arne

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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung wollen niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten den Einstieg in die Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) erleichtern. Um unter anderem dem enormen Schulungsbedarf Rechnung zu tragen, haben sich die Partner der Selbstverwaltung darauf geeinigt, eine sechsmonatige Einführungsphase zu ermöglichen. „Die Ärzte haben dann Zeit, sich mit den Richtlinien vertraut zu machen, ohne dass Sanktionen drohen“, erklärte der KBV-Vorstandsvorsitzende, Dr. med. Andreas Köhler, am 5. November in Berlin.

Die AKR werden am 1. Januar 2011 bundesweit eingeführt. Aufgrund der sechsmonatigen Übergangsphase können die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte selbst entscheiden, von wann an sie die AKR anwenden. Köhler verwies in diesem Zusammenhang jedoch erneut auf die Bedeutung, die exaktes Kodieren für das ärztliche Honorar hat: „Nur wenn wir in den Verhandlungen mit den Krankenkassen Veränderungen der Morbidität auch belegen können, haben wir eine Chance, die finanziellen Mittel für die ambulante Versorgung der Patienten zu verbessern.“

Gleichzeitig sagte er den niedergelassenen Ärzten Unterstützung und umfassende Informationen zu (www.kbv.de/kodieren). Die KBV habe bereits vor einem Jahr begonnen, Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigungen zu schulen, damit diese Niedergelassene beraten könnten.

Derweil hat sich nach Hessen und Bayern auch die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein gegen die AKR in der geplanten Form ausgesprochen. In einer Resolution forderte sie die KBV auf, die Diagnoseverschlüsselung praxistauglicher zu machen. hil

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