ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2010Schematherapie: Anwendbarkeit überzeugend belegt

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Schematherapie: Anwendbarkeit überzeugend belegt

PP 9, Ausgabe Dezember 2010, Seite 559

Schulte-Cloos, Christian

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Schematherapie ist eine Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie. Sie geht davon aus, dass Menschen im Lauf ihrer Kindheit und in Abhängigkeit von der Befriedigung/Frustration zentraler menschlicher Bedürfnisse ( Sicherheit, Verbundenheit, Autonomie, Selbstachtung, Freiheit und Grenzziehung) ein Konzept ihrer selbst und der Welt entwickeln. Mit diesen Schemata begegnet der Mensch auch anderen Menschen, natürlich durchaus um den Preis gestörter Interaktionen. Durch solche sind gerade Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen in ihrem Verhalten und Erleben zu beschreiben. Auf ihre Behandlung mit der Schematherapie konzentriert sich das Buch.

Arntz und van Genderen legen ein klar strukturiertes Manual vor. Sie stellen die Grundlagen der Schematherapie nach Young einschließlich des „Moduskonzeptes“ dar und beziehen diese auf die Borderline-Störung. Dass hierbei neben den eher schon traditionell zu nennenden kognitiven und verhaltensbezogenen Methoden besonders erlebnisorientierte Interventionen von Bedeutung sind, wird an Fallbeispielen verdeutlicht. Die für die genannte Persönlichkeitsstörung relevanten „Modi“ werden in Beziehung gesetzt zu hier wesentlichen Modifikationsansätzen, die praxisnah verdeutlicht werden. Ein ausführlicher Anhang versorgt den Praktiker mit Therapiematerialien, wie sie die Autoren in ihren gut evaluierten Behandlungen benutzen.

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Insgesamt ein gut lesbares und fundiertes Buch, in dem die Anwendbarkeit des Schemakonzepts überzeugend belegt wird. Denjenigen, denen der Ansatz vollständig neu ist, empfehlen die Autoren am Ende des Buches grundlegende Literatur zur Ergänzung. Christian Schulte-Cloos

Arnoud Arntz, Hannie van Genderen: Schematherapie bei Borderline-Persönlichkeitsstörung. Beltz Psychologie Verlags Union, Weinheim, Basel 2010, 169 Seiten, gebunden, 34,95 Euro

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