ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2010Randnotiz: Die Wahrheiten von WikiLeaks

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Randnotiz: Die Wahrheiten von WikiLeaks

Dtsch Arztebl 2010; 107(49): A-2419 / B-2099 / C-2059

Hibbeler, Birgit

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Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht – das war lange Zeit der Slogan einer Werbekampagne der „Bild“-Zeitung. Aber auch die Internetplattform WikiLeaks könnte sich das Motto auf die Fahnen schreiben. Die Veröffentlichung von Berichten US-amerikanischer Botschaften hat für Furore gesorgt. Manche der Unterlagen sind brisant. Andere fallen in die Rubrik „Klatsch und Tratsch“. Was zweifelsohne interessant ist: Fleißige Diplomaten haben auch Dokumente erstellt, die Licht ins Dunkel der deutschen Gesundheitspolitik bringen.

Konkretes dazu findet man in Dossiers über die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und FDP. Dort steht nun schwarz auf weiß, was ohnehin schon alle ahnten: Ursula von der Leyen habe großes Interesse gehabt, für die CDU das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium zu übernehmen. Doch Kanzlerin Angela Merkel habe das abgelehnt. Grund seien „necessary but unpopular reforms and increasing costs of health care for citizens“, heißt es im Dossier. Merkel war die Gesundheitspolitik offenbar zu heikel. Gut weg kommt unterdessen Philipp Rösler. Er sei der Überraschungskandidat im Kabinett und künftiger FDP-Star („rising star of the FDP“). Ein anderes Dossier berichtet über den Streit zwischen FDP und CSU zur Gesundheitsreform. Horst Seehofer habe sich vehement gegen radikale Systemveränderungen gewehrt. Rösler habe mit Rücktritt gedroht.

Was ist Wahrheit? Das fragen sich die Menschen, seitdem sie sich Fragen stellen. Genauso spannend ist aber: Was denken die anderen? Und somit haben auch vergleichsweise banale Erkenntnisse der US-Diplomaten über unsere Politiker durchaus eine gewisse Relevanz.

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