ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2010Ulrich Gottstein: 25 Jahre nach dem Friedensnobelpreis

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Ulrich Gottstein: 25 Jahre nach dem Friedensnobelpreis

Dtsch Arztebl 2010; 107(49): A-2457 / B-2129 / C-2089

Hibbeler, Birgit

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Ulrich Gottstein. Foto: IPPNW
Ulrich Gottstein. Foto: IPPNW

Der 10. Dezember 1985 in Oslo war bitterkalt. „Aber die Stimmung unter den IPPNW-Delegierten war natürlich sehr gut“, erinnert sich Prof. Dr. med. Ulrich Gottstein (84). Er war dabei, als die Initiative „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW) vor 25 Jahren in der norwegischen Hauptstadt den Friedensnobelpreis erhielt. Die Verleihung war sehr feierlich, fand im Beisein des Königs und vieler Diplomaten statt. Die USA, Großbritannien und Deutschland schickten aber nur die stellvertretenden Botschafter.

So gespalten die Welt zu Zeiten des Kalten Krieges war, so sehr polarisierte auch die IPPNW. Die Mitglieder verweigerten sich jeder kriegsmedizinischen Fortbildung. Die Ärzte sahen es als ihre Pflicht an, die Bevölkerung darüber aufzuklären, dass die Folgen einer nuklearen Katastrophe medizinisch nicht zu beherrschen seien. Diese Position war damals auch in der Ärzteschaft äußerst umstritten.

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Der Ost-West-Konflikt ist vorbei, die Welt hat sich geändert. Doch Gottstein ist sich sicher: „Leider muss die Arbeit der IPPNW fortgesetzt werden.“ Tatsächlich sind die Ziele weiterhin aktuell: der „Abbau von Feindbildern“, eine „gegenseitige Vertrauensbildung zwischen den Völkern“.

Gottstein ist Mitbegründer der deutschen Sektion der IPPNW und eine wichtige Persönlichkeit der internationalen Bewegung. Von 1971 bis 1991 war er Chefarzt der Medizinischen Klinik des Bürgerhospitals in Frankfurt am Main. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse und der Ernst-von-Bergmann-Plakette. Birgit Hibbeler

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