ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2010Transplantation: Beide Wege gehen
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Der Deutsche Ärztetag hat sich entsprechend meinem Antrag zur „Optimierung der Organspende“ nicht nur für eine zeitnahe neue gesetzliche Regelung im Sinne einer Widerspruchsregelung ausgesprochen, sondern gleichzeitig eine Intensivierung der bereits eingeleiteten strukturellen, organisatorischen und finanziellen Maßnahmen gefordert.

Durch dieses zweigleisige Vorgehen wurde Spanien innerhalb von 15 Jahren Spitzenreiter in Sachen Organspenden, obwohl es zuvor europäisches Schlusslicht gewesen ist. Auf eine Million Einwohner kommen in Spanien rund 34 Organspender – fast doppelt so viele wie im EU-Durchschnitt; hier sind es nur gut 18. Deutschland liegt im unteren Mittelfeld mit 15 Spendern. Zurzeit beträgt die Wartezeit für eine Nierentransplantation bei uns laut der Deutschen Stiftung Organspende über fünf Jahre, in Spanien liegt sie dagegen unter zwei Jahren.

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Nach wie vor sterben jeden Tag drei Menschen, weil für sie nicht rechtzeitig ein Organ zur Verfügung steht. Und auch dieses Jahr leben 12 000 Menschen in der Hoffnung, endlich ein Organ zu bekommen, das ihnen das Leben retten oder zumindest erheblich erleichtern könnte.

Für diejenigen, die auf ein Organ warten, ist unser „reflexhafter Schlagabtausch“ nicht zielführend. Folgen wir doch dem Beschluss der Deutschen Ärzteschaft und gehen wir beide Wege gleichzeitig.

Dr. med. Karl Breu, 1. Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Weilheim-Schongau, 82362 Weilheim

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