ArchivDeutsches Ärzteblatt41/1997Kommission warnt vor Arzneimitteln aus dem Internet

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Kommission warnt vor Arzneimitteln aus dem Internet

Korzilius, Heike

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LNSLNS KÖLN. Die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), ein Fachausschuß der Bundes­ärzte­kammer, hat davor gewarnt, in Deutschland verschreibungspflichtige Medikamente über das Internet zu beziehen. "Die Anbieter preisen Arzneimittel an, deren Wirkungen wissenschaftlich nicht fundiert sind, und verschweigen teilweise lebensgefährliche Nebenwirkungen", kritisierte Prof. Dr. med. Bruno MüllerOerlinghausen, Vorsitzender der Arznei­mittel­kommission.
Nach Angaben der AkdÄ hat eine Untersuchung des Medikaments Diphantoine (Wirkstoff Phenytoin) erhebliche Qualitätsmängel ergeben. Das Präparat werde im Internet fälschlicherweise als Mittel gegen Depressionen und zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit angeboten. Aufgrund von Herstellungsmängeln sei die Wirkstoff-Freisetzung im Körper stark verzögert. Damit wachse die Gefahr einer Überdosierung, die lebensgefährlich sein könne. Denn tatsächlich, so die Arznei­mittel­kommission, handele es sich um ein hochwirksames Antiepileptikum und Antiarrhythmikum. Verschwiegen würden auch schwere Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen, neurologische Störungen, allergische Reaktionen und Leberfunktionsstörungen. Die AkdÄ habe die zuständigen Überwachungsbehörden auf dieses Sicherheitsrisiko aufmerksam gemacht und entsprechende Maßnahmen gefordert. HK
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