ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2010Pflegereport: Jede zweite Frau wird im Alter dement

AKTUELL

Pflegereport: Jede zweite Frau wird im Alter dement

Dtsch Arztebl 2010; 107(49): A-2418 / B-2098 / C-2058

Osterloh, Falk

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Fast jede zweite Frau und jeder dritte Mann, die 2009 im Alter von über 60 Jahren starben, litten an einer Demenz. Das geht aus dem Pflegereport 2010 hervor, den Ende November die Barmer-GEK vorgestellt hat. „Mit der Entwicklung demenzieller Erkrankungen stoßen wir in eine neue Pflegedimension vor“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Krankenkasse, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker. „Die zeitlichen und professionellen Anforderungen an die Pflege steigen weiter und wandeln sich.“ Es bedürfe einer tragfähigen Lösung für die Pflege von morgen.

2,5 Millionen Demenzkranke wird es im Jahr 2030 in Deutschland geben. Foto: ddp
2,5 Millionen Demenzkranke wird es im Jahr 2030 in Deutschland geben. Foto: ddp

Das Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen (ZeS), das die Studie auf Basis von Versichertendaten erstellt hat, geht derzeit von bundesweit 1,2 Millionen Demenzkranken aus. Im Jahr 2030 werden es dem ZeS zufolge bereits 2,5 Millionen sein. Zwar führe eine Demenzerkrankung nicht sofort zur Pflegebedürftigkeit, erklärte der Studienleiter, Prof. Dr. Heinz Rothgang, „mit der Demenzdiagnose vervierfacht sich allerdings die Wahrscheinlichkeit, noch im selben Quartal als pflegebedürftig eingestuft zu werden“. Nur zehn Prozent der 2009 verstorbenen Demenzkranken seien nicht pflegebedürftig gewesen.

Anzeige

„Verglichen mit den Ausgaben für gleichaltrige, nichtdemente Personen liegen die Aufwendungen der Sozialversicherungen um mindestens 800 Euro monatlich höher. Während für Demente Kosten von 1 150 Euro entstehen, liegen die Aufwendungen für Nichtdemente gleicher Altersstruktur bei 310 Euro“, sagte Rothgang.

Schlenker appellierte an die Koalition, die Neuausrichtung der Pflege zu forcieren. Bevor die Politik alternative Versicherungs- und Finanzierungsformen ins Spiel bringe, solle sie sich zuerst über den künftigen Leistungsinhalt und -umfang der Pflegeversicherung verständigen. fos

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema