ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2010Behandlung der Hypermenorrhö: Hysterektomie, Endometriumablation oder Intrauterinsystem?

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Behandlung der Hypermenorrhö: Hysterektomie, Endometriumablation oder Intrauterinsystem?

Dtsch Arztebl 2010; 107(49): A-2449 / B-2120 / C-2081

Heinzl, Susanne

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Zu starke Menstruationsblutungen sind bei Frauen ein häufiges Problem. In einer Metaanalyse mit den Daten von 30 randomisierten kontrollierten Studien wurde der Nutzen verschiedener Therapieverfahren verglichen: Hysterektomie, Endometriumablation mit älteren, endoskopischen oder neueren, nichtendoskopischen Techniken (wie Hitzeeinwirkung, Mikrowellentechnik) und ein Levonorgestrel-freisetzendes Intrauterinsystem.

Die Daten für die Metaanalyse stammten aus 30 randomisierten kontrollierten Studien. In 7 Studien (n = 1 127) wurde eine Hysterektomie mit älterer Endometriumablatonstechnik verglichen, in einer Studie (n = 236) die Hysterektomie mit einem Intrauterinsystem. Ältere versus neuere Techniken der Endometriumablation wurden in 14 Studien mit 2 448 Frauen untersucht, und das Intrauterinsystem wurde in drei Studien mit 190 Frauen gegen ältere sowie in fünf Studien mit 304 Frauen gegen neuere Endometriumablationstechniken verglichen. Primärer Endpunkt war die Unzufriedenheit der Patientinnen mit dem Behandlungsergebnis.

Die Metaanalyse ergab, dass nach 12 Monaten mehr Frauen vom Ergebnis der älteren endoskopischen Techniken enttäuscht waren als von der Hysterektomie (Tabelle). Allerdings waren Kranken­haus­auf­enthalt und Erholungszeit bei der Hysterektomie signifikant länger. Mit den Ergebnissen von älteren und neueren Techniken der
Endometriumablation äußerten sich vergleichbar viele Frauen unzufrieden, obwohl der Eingriff mit moderner Technik kürzer war, sich die Frauen rascher erholten und weniger Komplikationen auftraten. Die Ergebnisse des indirekten Vergleichs der Hysterektomie und der intrauterinen Systeme unterschieden sich nicht statistisch signifikant, die Aussagekraft der Analyse hierzu ist aber eingeschränkt.

Fazit: Bei der Beurteilung des Behandlungserfolgs der Hypermenorrhö schnitt die Hysterektomie im Vergleich zu den anderen Verfahren am besten ab. Das Verfahren ist jedoch aufwendiger, dauert länger und geht häufiger mit Komplikationen einher. Ein Nachweis der besseren Wirksamkeit des intrauterinen Systems im Vergleich zum invasiven Vorgehen ist anhand dieser
Daten nicht möglich. Die Autoren empfehlen, Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren mit der Patientin zu besprechen.

Dr. rer. nat. Susanne Heinzl

Middleton LJ et al.: Hysterectomy, endometrial destruction, and levonorgestrel releasing intrauterine system (Mirena) for heavy menstrual bleeding: systematic review and meta-analysis of data from individual patients. Br Med J 2010; 341: c3929, doi: 10.1136/bmj.c3929.

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