ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2010KV Bayerns: Zwiespältige Bilanz

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KV Bayerns: Zwiespältige Bilanz

Dtsch Arztebl 2010; 107(50): A-2478 / B-2154 / C-2110

Schmidt, Klaus

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Statements der KVB-Vorstände zur Jahres­pressekonferenz 2010:

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Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) steht vor einem Umbruch. Bei der KV-Wahl Ende November hat die Liste des Hausärzteverbands die meisten Sitze (21 von 50) erobert, obwohl oder weil der Hausärzteverband das KV-System ablehnt. Bei der Jahrespressekonferenz zeigte sich der amtierende KV-Vorstand resigniert. „Es konnte uns zuletzt nicht mehr gelingen, die Balance der Interessen unserer Mitglieder ausgewogen zu gewährleisten“, sagte der KVB-Vorsitzende, Dr. med. Axel Munte.

Dabei legte der Vorstand eine aus seiner Sicht respektable Bilanz vor: Die IT-Strukturen wurden auf modernsten Stand gebracht, die Online-Abrechnung kann ab Januar 2011 starten, das Programm „Ausgezeichnete Patientenversorgung“ findet bundesweit Anerkennung. Zudem sei die KV Bayerns die einzige KV, in der alle Leistungen zum vollen Punktwert ohne Abstaffelung vergütet würden. Mit 62 Euro sei der bayerische Fallwert bundesweit der höchste und nicht weit entfernt von dem der Hausarztverträge.

Systemausstieg am 22. Dezember? Der Hausärzteverband lädt in die Nürnberger Arena ein. Foto: ddp
Systemausstieg am 22. Dezember? Der Hausärzteverband lädt in die Nürnberger Arena ein. Foto: ddp
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Dennoch habe sich die Mehrheit der bayerischen Hausärzte für den Systemausstieg entschieden, räumte der erste stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Dr. med. Gabriel Schmidt, ein. Als Hauptursache für den Missmut der Kollegen nannten Munte und Schmidt die „Berliner Regelungswut“: ständig neue Vorgaben und Vorschriften, umfassende Honorarreformen in immer schnellerer Abfolge, bürokratische Zumutungen und die Wankelmütigkeit der führenden Gesundheitspolitiker. Der bayerische Hausärzteverband hat inzwischen die Versammlung in der Nürnberger Arena, bei der die Mitglieder über den Ausstieg aus dem KV-System abstimmen sollen, auf den 22. Dezember vorverlegt. Anlass ist die Kündigung des Hausarztvertrags durch die AOK zum 15. Januar 2011, falls der Hausärzteverband an den Plänen zum Systemausstieg festhält. KS

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