ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2010Grossbritannien: Klimawandel
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Den Ausführungen des Kollegen Bretschneider möchte ich als Rückkehrerin einiges, hoffentlich hilfreiches, hinzufügen.

Auf eine Bereitstellung der ärztlichen Ausrüstung ist kein Verlass. Insbesondere die Kleinigkeiten – RR-Gerät, Otoskop, Thermometer, zusätzlich zum Stethoskop – sollte man schon selbst mitnehmen.

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Jeder Patient, insbesondere Kleinkinder, muss gänzlich untersucht, und der Befund peinlichst genau dokumentiert werden. So, wie in Deutschland, gilt als nicht durchgeführt, was nicht dokumentiert ist, nur ist die Klagehäufigkeit sehr viel höher. Auch negative Befunde müssen dokumentiert werden!

Anweisungen an die Patienten zum weiteren Prozedere müssen gegeben und dokumentiert werden. Man darf sich nicht darauf verlassen, dass der Patient Verschlechterung/Komplikationen erkennt und sich wieder meldet.

In den MVZ kann es einem widerfahren, dass die Patienten durch längere Wartezeiten verärgert sind. Bekommen sie dann eine andere Behandlung/ein anderes Präparat als sie wollten, so kann es zur Beschwerde kommen. Am besten entschuldigt man sich gleich beim Aufrufen des Patienten für die Wartezeit.

Überhaupt spielen die Wünsche und Erwartungen der Patienten eine verstärkte Rolle – bis hin zu der Frage des Arztes an den Patienten, ob dieser denn weiß, woher seine Symptome kommen könnten!

Nicht zuletzt möchte ich darauf hinweisen, dass das politische und wirtschaftliche Klima sich gegen die Beschäftigung ausländischer Ärzte im Allgemeinen, und Deutscher insbesondere, wendet. Die NHS erfährt peu à peu dieselben Engpässe, wie das deutsche Gesundheitssystem, die Gelder werden ab 2011 eingefroren. Im letzten Rundschreiben des General Medical Council (GMC) wurde bedauernd darauf hingewiesen, dass man gesetzlich nicht in der Lage sei, die ausländischen Ärzte einer strengeren Prüfung zu unterziehen, aber daran werde gearbeitet! . . .

Linda Tennant-Roland, 55257 Budenheim

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