ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2010Fachkräftemangel: Rösler will 2011 zum Pflegejahr machen

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Fachkräftemangel: Rösler will 2011 zum Pflegejahr machen

Dtsch Arztebl 2010; 107(50): A-2476 / B-2152 / C-2108

Osterloh, Falk

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Engpässe in der Versorgung sind durch den Personalmangel programmiert. Foto: dpa
Engpässe in der Versorgung sind durch den Personalmangel programmiert. Foto: dpa

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Philipp Rösler (FDP) will im kommenden Jahr Maßnahmen gegen den Pflegemangel treffen. „Wir wollen 2011 zum Pflegejahr machen“, erklärte er am 7. Dezember im Anschluss an ein Spitzengespräch zum Thema Fachkräftemangel mit Verbänden, Krankenkassen und Experten im Ge­sund­heits­mi­nis­terium. Weitere Gespräche sollen zu den Themen Angehörige, Entbürokratisierung, Demenz, Begutachter, Wohnformen und Finanzierung folgen. 

Einig sei man sich bei diesem ersten Treffen gewesen, die Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege als ein einheitliches Berufsbild zusammenzufassen, erklärte Rösler. Zudem hätten sich die Verbandsvertreter und Experten dafür ausgesprochen, dass die aus dem Konjunkturpaket finanzierte Umschulung von Arbeitslosen zu Pflegekräften fortgesetzt werde solle.

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Rösler kündigte an, dieses Thema im Januar mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Arbeitgebervertretern zu besprechen. Es könne aber nicht sein, dass der Steuerzahler das finanziere und andere sich zurücklehnten, betonte der Minister. Zudem solle die Berufsanerkennung von Fachkräften aus dem Ausland geregelt werden. Die Zuwanderung von Fachkräften könne jedoch nur ein Baustein sein. So soll die Attraktivität des Pflegeberufs gesteigert werden – etwa durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Präsident des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus, nannte die Gespräche im Ministerium einen „Meilenstein“. Das Problem sei erkannt, und alle Beteiligten würden sich nun den Herausforderungen stellen. 

In den vergangenen Wochen hatten verschiedene Hochrechnungen einen massiven Pflegenotstand prognostiziert. Dem Statistischen Bundesamts zufolge würden aufgrund des demografischen Wandels im Jahr 2025 etwa 152 000 Pflegekräfte in Krankenhäusern und in der Altenpflege fehlen. fos

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