ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2010Homöopathie: Breitere Anwendung senkt Kosten
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. . . Bis zu den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts gab es nur eine erfahrungsgestützte Medizin. 1946 empfahl David Sackett den kontrollierten Versuch, um die Erfahrung zu ergänzen, aber nicht zu ersetzen, denn die statistische Auswertung solcher Studien ergibt nur Wahrscheinlichkeiten, keine Gesetzmäßigkeiten. Außerdem ist fast keine Studie methodisch bedingt fehlerfrei! Das ist die Basis der beweisgestützten Medizin, englisch Evidence based Medicine.

Da es sich dabei nicht um Beweise, sondern nur um statistische Wahrscheinlichkeiten handelt, sollte man besser von Probability based Medicine, also wahrscheinlichkeitsgestützter Medizin sprechen.

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Die erste brauchbare Metaanalyse von Kleijnen, Knipschild und ter Riet (1991) wertete 105 homöopathische Studien aus. Die Autoren stellten fest, dass danach die Wirksamkeit der Homöopathie bewiesen sei. Da aber der Wirkmechanismus nicht verstanden wurde, seien weitere Studien nötig. Hier zeigt sich das entscheidende wissenschaftstheoretische Problem, wie es von dem Amerikaner Thomas Kuhn formuliert wurde. Nach dem Paradigma der Schulmedizin wirkt eine Arznei nur chemisch im Körper. Bei den homöopathischen Medikamenten muss man aber eine physikalische Information zur Umsteuerung der krankhaften Regulationsvorgänge annehmen. Dieser Paradigmenwechsel wird aber von den Vertretern der Allopathie bisher verweigert . . .

Die Homöopathie bewährt sich täglich in der Praxis, wie kürzlich Prof. Witt an mehr als 1 000 Patienten in einer Studie zeigen konnte. Das wissen nicht nur die Patienten, sondern auch die Politiker, weshalb die homöopathischen Ärzte bei ihnen offene Türen finden. Bei einer breiteren Anwendung dieser Heilmethode könnten die Kosten im Gesundheitswesen entscheidend gesenkt werden.

Dr. med. Karl-Heinz Gebhardt, Ehrenvorsitzender des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, 76137 Karlsruhe

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