ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2010Homöopathie: Hokuspokus
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Es geht doch gar nicht um die „weniger als neun Millionen Euro für homöopathische Mittel“, die die GKV 2008 ausgegeben hat, es geht um Redlichkeit in der Medizin, um Überprüfbarkeit, um die unverständlich hochdotierten GOÄ-Ziffern 30 und 31 und die Adelung der Homöopathie durch die Aufnahme in den fakultativen Weiterbildungskatalog und damit letztlich die Erstattung eines paradoxen unbewiesenen Konzepts zulasten der Solidargemeinschaft der Versicherten. Die Forderung von Prof. Dr. med. Karl Lauterbach besteht (in diesem Punkt jedenfalls) zu Recht! Wer es noch nicht weiß: Die Grundannahmen der Homöopathie sind längst widerlegt und eine Wirksamkeit, die über ein Placebo hinausginge, in nunmehr 200 Jahren nicht dargetan. Interessierten sei der Bericht von Fritz Donner über die Überprüfung der Homöopathie ans Herz gelegt (www.kwakzalverij.nl/699/Der_Donner_Bericht). Pikanterweise war es das DÄ selbst, das durch den Beitrag von Hans-Joachim Krämer und Ernst Habermann (DÄ 26/1997 vom 27. Juni 1997, S. A1811–2) bestätigte, dass Chinarinde eben nicht malariaähnliche Symptome beim Gesunden hervorruft. Damit aber verflüchtigt sich die Chimäre Homöopathie wie eine zu D30 „potenzierte“ Substanz. Wir sollten endlich sprechende Medizin und Zuwendung besser honorieren, anstatt Hokuspokus des 18. und 19. Jahrhunderts und damit vorwissenschaftliche Medizin zu perpetuieren.

apl. Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Christoph J. G. Lang, Neurologische Universitätsklinik,
91054 Erlangen

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chinamed
am Dienstag, 14. Januar 2014, 11:52

Inquisition auch unter Ärzten vertreten

Zitat: Es sei erwiesen, dass "Chinarinde eben nicht malariaähnliche Symptome beim Gesunden hervorruft."
Ja war den der Pharmaprofessor, der diesen Versuch vor seinen Studenten vorführen wollte überhaupt gesund?
Der zitierte Beitrag beschreibt jedoch das Gegenteil:
„Drei mögliche Einwände waren auszuräumen:
1 Der Proband sei ungeeignet. Er sei zu alt und stünde überdies unter Antihypertensiva (Betablocker und Diuretikum). Auch könne er als Hochschullehrer der Pharmakologie voreingenommen sein, wenn es um Homöopathie geht, und daher die "Arzneimittelkrankheit" wie ein Indianer am Marterpfahl überstehen.
1 Die Dosis sei zu niedrig, eine Beobachtungszeit von 45 Minuten zu kurz.
1 Die Daten seien unzureichend.“
Wer über Homöoapthie als unwirksam reden will sollte bitte zuerst den Originaltext gründlicher lesen, bevor er behauptet, „dass Chinarinde eben nicht malariaähnliche Symptome beim Gesunden hervorruft.“ Der Professor war offfenbar krank und konnte nicht sachgemäß eine Arzneimittelprüfung durchführen. Oder ist jemand mit einem medikamentenpflichtigen Hypertonus aus Sicht der Skeptiker etwa gesund?
Das ist erneut ein Beweis der inqusitorischen Voreingenommenheit der Homöoathieskeptiker. Einen weiteren Kommentar kann ich mir bei so viel Voreingenommenheit sparen.
Ich bin wirklich ein Freund der Homöopathiekritik, nur sachlich sollte sie schon sein.

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