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Was bringt die Zukunft? Die Frage beschäftigt Studierende und Berufsanfänger in besonderer Weise. Nach 2007 hat das Deutsche Ärzteblatt Studieren. de zum zweiten Mal Medizinstudenten nach ihrer Einschätzung der Berufsperspektiven und ihren Plänen gefragt. Die Ergebnisse der Umfrage „Zukunft Arzt“, von Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann auf Seite 6 erläutert, haben es in sich. Verraten sei hier nur so viel: Weit über 90 Prozent der Studierenden bestätigen, teilweise aus eigener Erfahrung, dass die Klagen über Stress, hierarchische Strukturen, ein Übermaß an Bürokratie im Krankenhaus und eine unzureichend strukturierte Weiterbildung keine Erfindung notorischer Nörgler sind. Das belegt auch eine ähnliche Umfrage der Fachhochschule Münster, die im Online-Archiv des Deutschen Ärzteblattes (Heft 37/2009) nachzulesen ist: Assistenzärzte sind vor allem aufgrund von Stress, fehlender Freizeit, wenig familienfreundlicher Arbeitszeiten und unbezahlter Überstunden unzufrieden. Allerdings fehlt in diesen Befragungen die „Vergleichsgruppe“. Sie müsste aus Hochschulabsolventen anderer Fächer bestehen. Die junge Anwältin, die heilfroh ist, von einer renommierten Kanzlei angenommen worden zu sein, kann von einer Bezahlung ihrer Überstunden oder einem Freizeitausgleich nur träumen. Nicht anders ergeht es dem jungen Betriebswirt in einem Industriekonzern. Gerade große Unternehmen kalkulieren in ihrer Personalpolitik mit ein, dass ehrgeizige Nachwuchskräfte sich selbst ausbeuten. In Ordnung ist das nicht, aber man sollte wissen, dass es so ist. Den Anliegen der jungen Ärztegeneration nimmt das nichts von ihrer Berechtigung. Die Redaktion wird deshalb die Entscheidungsträger in Ärzteschaft und Politik mit den Ergebnissen unserer Umfrage konfrontieren. Es muss etwas geschehen. Ansonsten könnten die dringend gesuchten jungen Ärztinnen und Ärzte die Lust verlieren, ihren Beruf in Deutschland auszuüben.

Heinz Stüwe
Chefredakteur Deutsches Ärzteblatt
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