ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2010Hanns Peter Wolff †: Charismatischer Wissenschaftler

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Hanns Peter Wolff †: Charismatischer Wissenschaftler

Dtsch Arztebl 2010; 107(51-52): A-2565 / B-2231 / C-2187

Hibbeler, Birgit

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Hanns Peter Wolff. Foto: Archiv
Hanns Peter Wolff. Foto: Archiv

Prof. Dr. med. Hanns Peter Wolff ist am 6. Dezember im Alter von 96 Jahren gestorben. Er war eine herausragende Persönlichkeit der medizinischen Forschung in Deutschland und ein international anerkannter Wissenschaftler. Von 1968 bis 1980 leitete Wolff die I. Medizinische Klinik der Universität Mainz, viele Jahre war er Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundes­ärzte­kammer (BÄK). „Streng naturwissenschaftliches Denken, verbunden mit der überlegenen Gelassenheit und Toleranz des Könners“ – so charakterisierte ihn Prof. Dr. med. Rudolf Gross (†) 1984 im Deutschen Ärzteblatt. Zudem kennzeichne ihn eine „unermüdliche Fürsorge für seine Schüler“. „Anregend und fordernd zugleich“, beschrieb man ihn an anderer Stelle.

So bemerkenswert Wolffs Wirken war, so ungewöhnlich ist seine Biografie. 1914 wurde er in der damaligen deutschen Kolonie Tsingtau, China, geboren. Sein Vater war Chefarzt des Gouvernementhospitals. Nach der Schulzeit in Schanghai und Breslau, studierte er in München und Breslau Medizin, wo er 1939 das Staatsexamen ablegte. Nach dem Studium war er an den Instituten für Physik und Biochemie der Universität München tätig. Seine klinische Tätigkeit begann er 1944, ebenfalls in München. 1961 wurde er Ordinarius für Innere Medizin an der Universität des Saarlandes in Homburg und folgte dann dem Ruf nach Mainz.

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Als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der BÄK genoss Wolff hohes Ansehen. Die Stellungnahmen des Gremiums wurden als relevant und verantwortungsvoll eingestuft. Beachtung fanden Veranstaltungen zu den Themen HIV und künstliche Befruchtung in den Achtzigerjahren. Darüber hinaus fungierte Wolff als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und der Gesellschaft für Nephrologie. Für seine Verdienste erhielt er viele Auszeichnungen – darunter die Paracelus-Medaille. Birgit Hibbeler

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