ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2010PID-Befürworter im Bundestag uneins
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) wird auch im Deutschen Bundestag von mehreren Abgeordneten unterstützt. Auf einen gemeinsamen Antrag konnten sie sich jedoch nicht einigen. So wird es voraussichtlich zwei fraktionsübergreifende Gesetzentwürfe geben, die prinzipiell die genetische Untersuchung von künstlich erzeugten Embryonen befürworten. Die Koordinatoren des ersten Antrags, Peter Hintze (CDU), Carola Reimann (SPD) und Ulrike Flach (FDP), wollen die PID in Deutschland allen Paaren erlauben, die Träger einer Erbkrankheit sind. Eine interdisziplinäre Ethikkommission soll diese Fälle ohne Vorliegen eines Indikationskatalogs prüfen. „Es handelt sich um ein mildes Verbot mit rechtfertigendem Ausnahmetatbestand“, erklärte Hintze.

Einen zweiten Antrag kündigten die Grünen-Politikerin Priska Hinz und der SPD-Ethikexperte René Röspel an. Ihnen gehe der Gesetzentwurf der PID-Befürworter um Hintze, Reimann und Flach zu weit, sagten sie. In ihrem Entwurf wollen sie die PID strikt auf die Fälle begrenzen, bei denen eine Fehl- oder Totgeburt absehbar ist oder das Kind das erste Lebensjahr voraussichtlich nicht überleben wird, wie beispielsweise bei der Trisomie 13. Prüfungen auf Krankheiten, die erst im höheren Lebensalter ausbrechen, sollen ausgeschlossen sein.

Beide Gesetzentwürfe werden in der parlamentarischen Debatte gegen einen Antrag stehen, dessen Eckpunkte ebenfalls gerade vorgestellt wurden. Er sieht ein komplettes Verbot der PID in Deutschland vor. ER

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote