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Den Hausarzt-Kollegen, die sich kompetent und gewissenhaft der Versorgung der minderjährigen Patienten widmen, seien die Pauschalen neidlos gegönnt. In meinem Praxisalltag erlebe ich sie jedoch immer wieder: Die vom Hausarzt „geerbten“ kleinen Patienten mit Gesundheits- oder Entwicklungsstörungen mitsamt ihren verunsicherten Eltern auf der Suche nach einer „Zweitmeinung“. Im Rahmen der letzten Vorsorgeuntersuchung hätten sie die Auskunft erhalten „Das wächst sich aus“, oder der Kollege habe „gar nicht so genau geguckt“. Der Blick in den Impfpass wird gar zum haarsträubenden Unterfangen. Es ärgert mich: Der Kollege hat die Pauschale eingestrichen und die Präventivmaßnahmen außerbudgetär abgerechnet. Im Nachgang darf ich die Entwicklungsdiagnostik betreiben, kostenintensive Heilmittel verordnen und zeitaufwendige Elterngespräche führen, um die Kohlen aus dem Feuer zu holen.

Dr. med. Gunthild Kayser,
Kinder- und Jugendärztin, 53111 Bonn

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