ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2010Schilddrüsenoperation: Neuer Zugang

MEDIZINREPORT

Schilddrüsenoperation: Neuer Zugang

Dtsch Arztebl 2010; 107(51-52): A-2558 / B-2223 / C-2179

Zylka-Menhorn, Vera

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Kosmetisch vorteilhaft ist der retroaurikuläre Zugangsweg vor allem für Frauen. Foto: Hans Martin Schardey
Kosmetisch vorteilhaft ist der retroaurikuläre Zugangsweg vor allem für Frauen. Foto: Hans Martin Schardey

Minimalinvasiver retroaurikulärer Eingriff

Jährlich werden in Deutschland circa 110 000 Schilddrüsen über einen quer angelegten Halsschnitt von vier bis zehn Zentimetern operiert. Mit einer neuen minimalinvasiven Technik ist es nunmehr möglich, die Operation ohne sichtbare Narben durchzuführen. Die von Prof. Dr. med. Hans Martin Schardey (Krankenhaus Agatharied, München) und Dr. med. Stefan Schopf entwickelte Methode ermöglicht den Zugang zur Schilddrüse retroaurikulär über einen kleinen Schnitt im Haaransatz. Diese Technik hinterlässt keine sichtbare Narbe, weil die Region durch die Haare der Kopfhaut bedeckt wird (World Journal of Surgery 2010; online 11. September).

Ein weiterer Vorteil des neuen Zugangs ist, dass auf dem Weg zur Schilddrüse kein Muskel durchtrennt werden muss. Der Operationsweg erfolgt über einen natürlichen Raum zwischen den Halsmuskeln, in dem Gefäße, Nerven und andere Strukturen gut erkennbar sind. Zusätzlich wird ein Neuromonitoring zum Schutz von Nervus vagus, N. laryngeus recurrence und R. externus N. laryngeus superior durchgeführt. „Der dorsale Zugang ermöglicht einen im Vergleich zu anderen endoskopischen Verfahren deutlich besseren Blickwinkel auf den Nervus recurrence und die Nebenschilddrüsen, die bei dem Eingriff sicher geschont werden müssen“, erläutert Schardey. zyl

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