ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2010Randnotiz: Viel weniger Klingeling

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Randnotiz: Viel weniger Klingeling

Dtsch Arztebl 2010; 107(51-52): A-2535 / B-2203 / C-2159

Rieser, Sabine

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Kurz vor Weihnachten erfreut der Adventskalender seine Betrachter mit einer Karikatur: Einkaufsgedränge, eine lange Menschenschlange. Ganz vorn ein selig lächelnder Mann mit großen Kopfhörern an einem CD-Abhörgerät. Über ihm das Lockangebot: „Stille!“

Ach, die alljährliche Sehnsucht nach Stille in der Adventszeit! Was, überlegt man wie jedes Jahr, hören nach Feierabend eigentlich Verkäuferinnen und Verkäufer gern, die den ganzen Tag mit Weihnachtsmusik bedudelt werden? Stille? Oder laute, aggressive Rhythmen, wie sie frühmorgens in der Straßenbahn aus einzelnen Kopfhörern dröhnen? Musik, die schon zu Tagesbeginn nach schlechter Laune und Frust klingt und einen umgehend den lieben Gott oder das Universum bitten lässt, man möge ihren Zuhörern nie hilflos begegnen, beispielsweise im OP oder im Pflegeheim?

Die Frage, was Verkäufer im Advent nach dem Dienst hören, bleibt erneut ungeklärt. Geklärt ist hingegen, dass es im Bundestag stiller zugehen wird. Klingel-, Hup- und Lichtsignale, die in Sitzungswochen immer wieder zu hören und zu sehen waren, um Abgeordnete auf Abstimmungen aufmerksam zu machen, werden eingeschränkt. Das hat der Geschäftsordnungsausschuss des Parlaments zu Beginn des Advents entschieden.

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In Zukunft wird den Abgeordneten nur noch laut und deutlich signalisiert, dass sie ihre Büroarbeit unterbrechen sollen, wenn namentliche Abstimmungen oder Hammelsprünge anstehen. Klingel und Hupzeichen wurden „auf das Notwendige und Sinnvolle begrenzt“, entschied der Ausschuss. Ein schöner Ansatz für die parlamentarische Arbeit – auch nach Weihnachten und Silvester.

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