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Es muss sich um eine der Arten handeln, die durch lebensfeindliche Umwelteinflüsse vom Aussterben bedroht ist: Der Landarzt gehört auf die Rote Liste bedrohter Arztgruppen. Schließlich hört und liest man tagtäglich, dass der hausärztliche Nachwuchs fehlt und dass wieder ein Ministerium und eine Kassenärztliche Vereinigung ein neues Förderprogramm für Allgemeinärzte planen. Und hat nicht der Bundesgesundheitsminister eine Umsiedlung aus den Universitätsstädten aufs Land ins Auge gefasst („Landarztquote“), um die bedrohte Art zu retten? Nur Zwang verspricht Erfolg, ist doch bekannt, dass Landärzte jede Nacht aus dem Bett geklingelt werden, um dann 30 Kilometer zu einem Notfall zu fahren. Noch schlimmer als um den Landarzt steht es um die Landärztin. Diese Art kann nicht aussterben, weil es sie so gut wie gar nicht gibt. Denn Medizin studierende Frauen wollen und können bekanntlich nicht Landärztin werden.

Wer diese stereotypen Argumente weiterverbreiten möchte, sollte nicht weiterlesen. Denn in diesem Heft steht, dass immerhin 38 Prozent der Medizinstudierenden sich ihre Zukunft als Hausarzt vorstellen können. Und ein Dr. med. Wolf-Rüdiger Weisbach darf auf Seite 20 schreiben: „Seit einigen Jahren genieße ich die deutliche Verbesserung der landärztlichen Lebensqualität …“. Worin sie besteht, wird hier noch nicht verraten.

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Wer verwegen genug ist, sich für eine hausärztliche Tätigkeit zu interessieren, sollte den Beitrag über die Verbundweiterbildung auf Seite 5 lesen. Interessentinnen ist zu wünschen, dass sie Lehrpraxen wie die von Dr. med. Annette Rommel aus Mechterstädt in Thüringen kennenlernen (einem Bundesland, in dem es mehr Hausärztinnen als Hausärzte gibt). Sie hat dem Deutschen Ärzteblatt geschrieben: „Frauen sind belastbar, kreativ, flexibel, empathisch – und zeichnen sich dadurch für den Beruf einer Landärztin aus.“

Heinz Stüwe

Chefredakteur Deutsches Ärzteblatt

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