ArchivMedizin studieren2/2006Virtuelle Rehabilitation: Spielkonsolen zu Reha-Instrumenten

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Virtuelle Rehabilitation: Spielkonsolen zu Reha-Instrumenten

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, WS 2006/07: 3

Meyer, Rüdiger

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Foto: Rutgers University
Foto: Rutgers University
Gute Medizingeräte müssen nicht teuer sein. Statt ein Gerät für 5 000 Euro oder mehr anzuschaffen, könnten Reha-Zentren viel Geld sparen, wenn sie sich in der Szene der Videospieler umschauen. Für eine effektive Rehabilitation von Schlaganfallpatienten braucht man unter Umständen nur 50 Euro für einen Datenhandschuh (P5 von Essential Reality) und circa 500 Euro für eine Xbox-Konsole auszugeben. Es ginge vermutlich noch billiger.

Denn die Software, die Mira Morrow und Mitarbeiter der Rutgers Universität des USStaates New Jersey für ihr Reha-Gerät geschrieben haben, würde auch ältere Spielkonsolen sicher nicht überfordern. Wie sich der Datenhandschuh mit ein paar Handgriffen in ein Reha-Gerät zum Training der Finger umbauen lässt, hat die Gruppe kürzlich auf dem International Workshop on Virtual Rehabilitation in New York vorgeführt.

Gleich nach dem Anlegen des Handschuhs können die Patienten „loslegen“. Durch Bewegen der Finger (eine wichtige Übung bei halbseitigen Paresen) können sie an der Spielkonsole zwei einfache Übungen absolvieren. In einer Übung geht es darum, mithilfe des Datenhandschuhs auf einem Foto am Bildschirm Reihen von „dreckigen“ Pixeln zu entfernen, um den Blick auf ein schönes Motiv freizulegen.

In der zweiten Übung müssen die Patienten die Hand zu einer Faust ballen, um einen virtuellen Schmetterling von einer Blüte zu vertreiben. Ihr Gerät habe nicht die Qualität von professionellen Reha- Geräten, räumen die Forscher ein. Für das Gerät sprächen aber die geringen Kosten. Sie könnten noch weiter gesenkt werden, wenn die Enkel der Patienten eine Spielkonsole zu Hause stehen haben (und sie nicht permanent mit Beschlag belegen).

Dann bräuchten die Patienten nur die Software (und eventuell einen eigenen Datenhandschuh), um die Übungen auch zu Hause durchführen zu können. rme
Informationen zum International Workshop on Virtual Rehabilitation: www.iwvr.org
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