ArchivMedizin studieren2/2006Finanzierung: Mangelware Stipendien

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Finanzierung: Mangelware Stipendien

Hibbeler, Birgit

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Foto: Photothek
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Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Wenn dieser Satz stimmt, dürften so manchem Studierenden schlaflose Nächte ins Haus stehen, denn immer mehr Bundesländer führen Studiengebühren ein. Egal ob man das nun richtig oder falsch findet – es lässt sich wohl nichts mehr daran ändern.

Bei der Begabtenförderung schneidet Deutschland überdies im internationalen Vergleich schlecht ab. Nach der jüngsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks erhalten gerade einmal zwei Prozent der Studierenden ein Stipendium. Die Förderungssumme beträgt durchschnittlich 318 Euro pro Monat. Unterstützungen durch Unternehmen oder private Stiftungen sind dabei eher die Ausnahme.

Zwar ist man sich weitgehend einig darüber, dass auch hierzulande ein vielfältiges Stipendiensystem eine notwenige Ergänzung zum Einstieg in ein Bezahlstudium sein müsste – doch wer soll die Mittel aufbringen in Zeiten knapper Kassen? Mit rund 80 Millionen Euro fördert der Bund jährlich die elf existierenden Begabtenförderungswerke.

Dazu zählen unter anderem parteinahe Stiftungen, wie die Friedrich-Ebert- Stiftung (SPD) oder die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU). Zudem gibt es kirchliche Programme, etwa das Evangelische Studienwerk Villigst und das Cusanuswerk. Eine weltanschaulich ungebundene Förderung ist die Studienstiftung des deutschen Volkes, für die man allerdings vorgeschlagen werden muss.

Bei den anderen Förderungswerken ist eine Selbstbewerbung möglich. Die Bewerbungsverfahren und -kriterien sind von Stiftung zu Stiftung unterschiedlich (siehe www.begabtenfoer derungswerke.de). In der Regel müssen zwei Gutachten eingereicht werden, etwa von Lehrern oder Professoren, bei den kirchlichen Siftungen aber beispielsweise auch von Seelsorgern oder ehemaligen Stipendiaten. Die endgültige Entscheidung über eine Förderung fällt in der Regel in einem Auswahlworkshop.

Dabei zählen nicht ausschließlich gute Noten, sondern auch die Persönlichkeit des Bewerbers, soziales und gesellschaftspolitisches Engagement. Unternehmen, die eine Studienförderung anbieten, sind immer noch die Ausnahme. Für Naturwissenschaftler und Mediziner dürfte hier unter anderem die Studienstiftung der Bayer AG interessant sein.

Aktuell werden 23 Stipendiaten unterstützt. Mit weiteren Förderprogrammen vergibt der Leverkusener Arzneimittelhersteller zusätzlich 36 Stipendien, davon allein 20 für Famulaturen im Ausland. Neben solchen fachbezogenen gibt es auch lokale Stipendiengeber oder Förderprogramme der Universitäten.

Informationen darüber haben die Studentenwerke vor Ort. Auch wenn die Fördermöglichkeiten rar gesät sind – es ist lohnenswert, sich für ein Stipendium zu bewerben. Immerhin handelt es sich um eine Finanzspritze, die man im Gegensatz zu BAföG und Studienkrediten nicht zurückzahlen muss. Dr. med. Birgit Hibbeler
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