ArchivMedizin studieren2/2006Fakultäten-Ranking: Freiburg, Tübingen und Würzburg an der Spitze

Studium

Fakultäten-Ranking: Freiburg, Tübingen und Würzburg an der Spitze

Zimmermann, Thomas

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LNSLNS Ein Vergleich der Medizinischen Fakultäten zeigt, dass die Personalausstattung der wichtigste Faktor ist. Ranking und Benchmarking gehören heute zu den Schlüsselbegriffen der Hochschulpolitik. Auch die Medizinischen Fakultäten sollen sich nach den Vorstellungen von Wissenschaftsrat und Bundesregierung ein eigenes Profil geben und miteinander um Qualität und Produktivität der ärztlichen Ausbildung konkurrieren. Als möglicher Parameter für den Leistungsvergleich in der Ausbildung gelten die Resultate der Ärztlichen Vorprüfung (ÄVP) nach der alten Approbationsordnung. Auch in den Fakultäten werden diese Resultate als Indikatoren für die Effektivität der eigenen vorklinischen Ausbildung angesehen.

Die Ergebnisse einer im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Studie lassen Zweifel daran aufkommen, ob diese bundeseinheitlichen Prüfungen tatsächlich „Vergleiche der Prüfungsleistungen von Studierenden an den verschiedenen Standorten“ erlauben, wie der Wissenschaftsrat 2005 behauptet. Dies sei nur haltbar, wenn man tatsächliche Unterschiede der Fakultäten (Populationsfaktoren, Betreuungsrelationen et cetera) unberücksichtigt lasse und die Ergebnisse nicht entsprechend adjustiere.

Erst die Kontrolle verschiedener Störgrößen (Adjustierung) stelle eine wirkliche Vergleichbarkeit zwischen den Standorten her. Die Analysen aus dem Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf* zeigen, dass man zu unterschiedlichen Fakultäten-Rankings gelangt – abhängig davon, ob man beim Vergleich von der 4-Semester-Erfolgsrate, der Gesamterfolgsrate oder dem Notendurchschnitt der Studierenden ausgeht.

Das erste Kriterium bildet das Ausmaß des schnellen und erfolgreichen Studierens ab, das zweite den Studienerfolg der Gesamtgruppe unabhängig von der Studiendauer und der Anzahl der Prüfungswiederholungen. Eine allgemeingültige Rangliste kann es deshalb nicht geben.

Weitere Ergebnisse: Die Höhe des Schulleistungsniveaus des Bundeslandes, in dem das Abitur gemacht wurde, und – noch bedeutsamer – des Anteils deutscher Staatsangehöriger unter den Studierenden wirken sich auf den Ranglistenplatz einer Medizinischen Fakultät in der Liga der 36 Fakultäten aus. Mit zunehmender Größe der Stadt zeigt sich in allen Rankings eine eher negative Beziehung zum Ausbildungsergebnis, was die „Ablenkungsthese“ zu bestätigen scheint.

Aus dem Vergleich aller Rankings geht hervor, dass das Betreuungsangebot einer Fakultät, das heißt die Personalausstattung in Relation zur Zahl der vorklinischen Studierenden, der wichtigste Faktor beim Leistungsvergleich der Medizinischen Fakultäten ist. Die Personalausstattung ist – anders als andere Faktoren – direkt von den Universitäten oder den Landesregierungen beinflussbar.

Übrigens: Über alle Rankings hinweg bilden die Medizinischen Fakultäten Freiburg, Tübingen und Würzburg das Spitzentrio. Thomas Zimmermann

*Hendrik van den Bussche, Thomas Zimmermann; Karl Wegscheider, (Institut für Statistik und Ökonometrie, Universität Hamburg).

Fakultäten-Ranking Freiburg, Tübingen und Würzburg an der Spitze Ein Vergleich der Medizinischen Fakultäten zeigt, dass die Personalausstattung der wichtigste Faktor ist. Notenverteilung bei der ÄVP Beide Artikel unter www.aerzteblatt-studieren.de Webcodes 06008, 06009, Langfassung und detaillierte Infos unter www.aerzteblatt.de/plus2506
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