ArchivMedizin studieren2/2006Kinderbetreuung und Familie
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LNSLNS Kinderbetreuung am Krankenhaus hilft, Beruf und Familie zu vereinbaren. Der Deutsche Ärztinnenbund hat nachgefragt und eine Liste der Kliniken mit dem Angebot erstellt.

Mehr als hundert Kliniken bieten Tagesstätten für die Kinder ihrer Mitarbeiter an. Foto: ddp
Mehr als hundert Kliniken bieten Tagesstätten für die Kinder ihrer Mitarbeiter an. Foto: ddp
Lange Arbeitszeiten, Wochenend- und Nachtdienste: Vielen Ärztinnen und Ärzten fällt es schwer, den stressigen Beruf und die Familie miteinander zu vereinbaren. Öffentliche Kinderkrippen und -gärten sind dabei nur selten eine Hilfe: Betreuungseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren sind in Westdeutschland noch immer rar, außerdem sind die Öffnungszeiten vieler Einrichtungen nicht für Ärzte geeignet, die morgens um sieben oder halb acht zur Frühbesprechung in der Klinik sein müssen. Am Wochenende haben die meisten Krippen und Kindergärten sogar komplett geschlossen.

Welche Möglichkeiten die Kliniken selbst ihren Mitarbeitern bieten, wollte der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) wissen: Er schrieb 2 222 Krankenhäuser in ganz Deutschland an und fragte nach, wie es um die Kinderbetreuung steht. 721 Kliniken antworteten, 107 von ihnen haben bereits Betreuungen im Angebot.

„Es ist nicht länger zu akzeptieren, dass uns junge und gut ausgebildete Ärztinnen für die qualifizierte medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten im wahrsten Sinne verloren gehen, weil es noch viel zu viele medizinische Einrichtungen nicht für notwendig erachten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit entsprechenden Angeboten zu gewährleisten“, erklärte die Präsidentin des DÄB, Dr. med. Astrid Bühren.

Der Ärztinnenbund möchte mit der Umfrage Ärztinnen und Ärzten helfen, eine Klinik zu finden, an der gute Betreuungsmöglichkeiten für Kinder bestehen. Außerdem soll Druck entstehen, der mehr Krankenhäuser dazu bewegt, Kinderkrippen und -gärten einzurichten. Der DÄB hat die Ergebnisse der Umfrage auf seiner Internetseite www.aerztinnenbund.de veröffentlicht.

Per Mausklick kann hier jeder nachschauen, welche Kliniken kinder- und damit familienfreundlich sind. Obwohl das Angebot im Augenblick noch klein ist, gehen immer mehr Krankenhäuser dazu über, ihren Mitarbeitern eine Kinderbetreuung anzubieten. Die Liste der Kliniken mit Betreuungsangebot wird sicherlich in Zukunft länger werden.

„Ein Krankenhaus, das mir die Möglichkeit gibt, mein Kind vor Ort in einer ansprechenden Einrichtung abzugeben, ist für mich als Ärztin viel attraktiver als eine Klinik, in der das nicht möglich ist“, erklärte die Bundeskoordinatorin für öffentliche Gesundheit, Prävention und Entwicklungshilfe der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (BVMD), Annika Hanning aus Lübeck.

So wie ihr geht es vielen Studierenden, die in den kommenden Jahren eine Weiterbildungsstelle antreten: Kinderbetreuung ist ein Standortvorteil. Auch Bühren sieht in der Initiative des DÄB für mehr und qualifizierte Kinderbetreuung eine Möglichkeit, dem wachsenden Ärztemangel zu begegnen und junge Ärztinnen und Ärzte mit Kindern zu motivieren, sich eine Stelle in Deutschland zu suchen und nicht ins familienfreundlichere Ausland abzuwandern. Dr. med. Arne Hillienhof
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