ArchivMedizin studieren1/2006Medizin und Menschenrechte: Konfrontiert mit Opfern von Gewalt

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Medizin und Menschenrechte: Konfrontiert mit Opfern von Gewalt

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, SS 2006: 18

Schubert, Kirsten; Schwienhorst, Eva-Maria

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Eine Fortbildungsakademie soll auf den Umgang mit Traumaopfern vorbereiten. Foto: laif
Eine Fortbildungsakademie soll auf den Umgang mit Traumaopfern vorbereiten. Foto: laif
Endlich einmal über den Tellerrand schauen!“ Dieses Motto haben sich die studentischen Mitglieder der Hilfsorganisation „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.“ (IPPNW) und der Arbeitsgruppe (AG) Medizin und Menschenrechte der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) zu Herzen genommen: Sie wollen Bereiche der Medizin thematisieren, die im Studium nicht vorkommen, aber jedem Arzt später begegnen werden. Hierzu gehören zum Beispiel die medizinische Versorgung von Menschen ohne Papiere und damit auch ohne Versicherung oder das oft vernachlässigte Thema „Gewalt in der Familie“. Aber auch die medizinischen und sozialen Folgen von Konflikten und Krieg spielen eine wichtige Rolle. Ärzte tragen hier eine große Verantwortung, da sie oft mit den Opfern von Menschenrechtsverletzungen, Gewalt und Unterdrückung als Erste konfrontiert werden.

IPPNW und die AG Medizin und Menschenrechte betreuen viele Einzelprojekte an den Fakultäten. Seit einiger Zeit planen sie, enger zusammenzuarbeiten. Das gemeinsame Projekt hat den Namen „IPPNW-Akademie“. Idee ist es, die soziale Dimension der Medizin stärker an die Universitäten zu bringen. Im Augenblick arbeiten Studierende aus der IPPNW und der bvmd ein Konzept für gemeinsame Seminare und Vorträge an den Unis aus. Dabei ist Eigeninitiative gefragt: Das Projektteam baut einen Themen- und Referentenpool auf. Mit dessen Hilfe können interessierte Studierende an ihrer Uni selbst Vorträge oder Seminarreihen organisieren. Ziel ist es, die vielen Einzelengagements an den Fakultäten zu vernetzen und den Erfahrungsaustausch zu fördern. Als Themen stehen „Ärztlicher Umgang mit Traumaopfern“, „Kulturelle Unterschiede von Krankheit und Leid“, „Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) und die Entwicklungshilfe“ sowie „Folgen von Krieg und Konflikten für die Gesundheit“ auf dem Programm. Insgesamt möchte die Projektgruppe mindestens 14 Themen bereits im Vorfeld strukturieren und dazu Referenten gewinnen – für jede Woche im Semester eines. Starten soll die IPPNW-Akademie noch im Sommersemester 2006.

Info: norp@bvmd.de

Kirsten Schubert (Arbeitsgruppe Medizin und Menschenrechte der bvmd), Eva-Maria Schwienhorst (IPPNW)

SCORP: Standing Committee On human Rights and Peace nennt sich in Deutschland AG Medizin und Menschenrechte und ist eine von acht Arbeitsgruppen der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd). Die AG betont die sozialen und ethnischen Aspekte der Medizin und organisiert Projekte zu diesem Thema.
www.aerzteblatt-studieren.de Webcode: 06006

IPPNW: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. ist eine internationale Hilfsorganisation von Ärzten. 1985 erhielt sie den Friedensnobelpreis. Die rund 1 000 studentischen Mitglieder in Deutschland setzen sich in zahlreichen lokalen, aber auch internationalen Projekten für die Themen Flüchtlinge, Menschenrechte und andere ein.
www.ippnw.de,
www.ippnw-students.org
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