ArchivMedizin studieren2/2007Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin: Entwicklungsarbeit in Deutschland

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Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin: Entwicklungsarbeit in Deutschland

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, WS 2007/08: 16

Laske, Alexander

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Nur einer von fünf Medizinern hat am Ende seines Studiums palliativmedizinische Inhalte gelernt. Das möchte die Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin ändern.

Mit derzeit vier Mitgliedern ist die AG Palliativmedizin wahrscheinlich die kleinste ständige Arbeitsgruppe der bvmd. Trotzdem gelingt es uns, effektiv an unserem Beitrag zur Verbesserung der Palliativmedizin zu arbeiten. Wer nicht weiß, dass sich Palliativmedizin um die ganz speziellen Bedürfnisse von Patienten mit nicht heilbaren, progredienten Erkrankungen bei begrenzter Lebenserwartung kümmert, ist nach unserer Auffassung in guter Gesellschaft. Wahrscheinlich kann nur einer von fünf Medizinern am Ende seines Studiums mit palliativmedizinischen Inhalten vernünftig umgehen. Unsere AG hat sich vor fast vier Jahren mit dem Anspruch gegründet, dieses Missverhältnis nachhaltig zu beeinflussen.

Bis zum heutigen Tag gibt es in Deutschland nur fünf Professuren im Fach Palliativmedizin. Mindestens zwei weitere sind in Jena und Ulm geplant. Im internationalen Vergleich ist Deutschland damit ein Entwicklungsland. Mit seinen derzeitigen Versorgungsstrukturen steht die Bundesrepublik selbst hinter Ländern wie Bulgarien, Griechenland und Polen zurück. An dieser Situation kann sich nur etwas ändern, wenn neben dem Ausbau der versorgenden Einrichtungen auch die Lehre einen höheren Stellenwert erhält.

Im Lauf der letzten Jahre haben wir vier Workshop- Wochenenden angeboten, zuletzt vom 18. bis 20. Mai 2007 an der Technischen Universität München. Darin erhalten die Teilnehmer einen Eindruck, was Palliativmedizin bedeutet und wie diese vermittelt werden könnte. Aber: Die fehlende Lehre können und wollen wir damit nicht kompensieren. Vielmehr beabsichtigen wir, interessierte Studierende aus dem gesamten Bundesgebiet auf das Thema aufmerksam zu machen. Auf diese Weise können wir eine Lobby auch bei den Studenten aufbauen und das Fach unterstützen.

Palliativmedizin vor Ort: Die Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin organisiert für Studenten Besuche auf Hospizstationen.
Palliativmedizin vor Ort: Die Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin organisiert für Studenten Besuche auf Hospizstationen.
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Ein weiterer Pfeiler unserer Arbeit ist der regelmäßige Überblick zum Stand der Lehre in der Palliativmedizin an den 36 medizinischen Fakultäten in Deutschland. Die Erkenntnisse zu diesen Umfragen geben wir auf unserer Homepage – www.pallmed.de – für alle Interessierten weiter. Darüber hinaus nutzen wir die Möglichkeit, auf nationalen und internationalen palliativmedizinischen Kongressen unsere Ergebnisse zu präsentieren. So können wir Kontakt zu potenziellen Dozenten und Unterstützern aufbauen oder aufrechterhalten.

Unser Ziel, dass alle Medizinstudierenden am Ende ihres Studiums wissen, was Palliativmedizin bedeutet und mit den wichtigsten Inhalten umgehen können, werden wir nur umsetzen, wenn uns auch weiterhin Studenten bei unserer Arbeit unterstützen. Wer Anmerkungen hat, Informationen benötigt oder bei uns mitmachen möchte, der kann sich gern bei uns melden. Eure AG Palliativmedizin: Isa, Janica, Nane und Alex. Alexander Laske 9. Semester an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Weitere Infos: Kontakt: info@pallmed.de

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