ArchivMedizin studieren2/2007Kongress „Perspektiven und Karriere“: Wie Ärzte in Zukunft arbeiten

Karriere

Kongress „Perspektiven und Karriere“: Wie Ärzte in Zukunft arbeiten

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, WS 2007/08: 20

Stüwe, Heinz

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: Eberhard Hahne
Foto: Eberhard Hahne
Die Zahl der für frisch gebackene Fachärztinnen und Fachärzte infrage kommenden Stellenausschreibungen ist im vergangenen Jahr auf 1477 gestiegen und hat sich damit in den letzten zwei Jahren annähernd verdoppelt. Damit waren die Aussichten auf die erste Facharztposition nach erfolgreich absolvierter Weiterbildung noch nie so gut wie heute.“ So beschreibt Dr. Wolfgang Martin, Personalberater und Arbeitsmarktexperte, im Deutschen Ärzteblatt die Beschäftigungsperspektiven. Im ersten Halbjahr 2007 hat sich die Tendenz noch verstärkt: Es wurden im Deutschen Ärzteblatt noch einmal 20 Prozent mehr Facharztstellen ausgeschrieben als im Vorjahreszeitraum.

Also herrliche, sorgenfreie Zeiten für Medizinstudierende, PJler und Ärzte in der Weiterbildung? Wenn dem so wäre, gäbe es keinen Bedarf für eine Jobmesse für Medizinstudierende und Klinikärzte, wie sie das Deutsche Ärzteblatt am 2./3. November 2007 im Langenbeck-Virchow- Haus in Berlin veranstaltet. Tatsächlich ist die Arbeitsmarktlage für Mediziner aus Bewerbersicht ohne Einschränkung erfreulich. Und sicher hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt recht, wenn sie feststellt, dass der Arztberuf ein Beruf mit Zukunft sei. Aber gleichwohl stellt sich allen, die sich für den Arztberuf entscheiden (wollen), eine Fülle von Fragen:

Das beginnt bei der Einschätzung des Arbeitsmarkts: So ist zum Beispiel die Zahl der Stellenanzeigen für Chirurgen mit Schwerpunktbezeichnung 2006 um 14 Prozent gestiegen, die für Internisten mit Schwerpunkt dagegen nicht. Das könnte zu falschen Schlüssen verleiten. Denn selbstverständlich muss man die Zahl der offenen Stellen in Relation zu den heute in diesem Fachgebiet tätigen Ärzten betrachten und auch zu der Zahl derjeinigen, die ihre Facharztweiterbildung abschließen. Dabei zeigt sich, wie Martin ebenfalls berichtet, dass die Zahl der potenziellen Mitbewerber um eine Stelle in vielen Teilgebieten der Inneren Medizin und der Chirurgie relativ niedrig ist.

Wenn es stimmt, dass immer mehr Krankenhäuser Weiterbildung als Luxus ansehen, wie soll man dann die für sich richtige Stellen finden? Woran erkennt man überhaupt eine gute Weiterbildungsstätte? Fragen, die auf dem Kongress „Perspektiven und Karriere“ beantwortet werden. Nicht zuletzt bietet sich im „Karriere-Center“ die Gelegenheit zum persönlichen Beratungsgespräch mit einem der Experten.Hier erfahren Studierende und junge Ärztinnen und Ärzte auch, worauf potenzielle Arbeitgeber Wert legen. Sie können sogar ihre Bewerbungsunterlagen einem Check-up unterziehen und Vorstellungsgespräche simulieren. Die Teilnahme ist kostenlos (Anmeldungen im Internet unter: www.perspektiven-und-karriere.de).

Ein Leitthema des Kongresses wird sein: Wie werden Ärztinnen und Ärzte in Zukunft arbeiten, wie wollen sie arbeiten? Die Antworten sind für Klinik und Niederlassung, wo sich zum Beispiel durch die wachsende Anzahl Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) die Strukturen ändern, gleichermaßen spannend. Für das Krankenhaus hat Wolfgang Pföhler, der Vorstandsvorsitzende der Rhön-Klinikum AG, provozierende Thesen vorgelegt. Tenor: Die Krankenhäuser sind heute zu „arztzentriert“ und zu wenig an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet. Pföhler sieht in der Zukunft vier Arzttypen: den Berater, der den Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung betreut, den Spezialisten, der sich auf bestimmte Operationen konzentriert, den Systembetreuer für die Technik und den Beratungsspezialisten, den Kollegen um eine Zweitmeinung bitten können.

Aber wird eine solchermaßen in betriebswirtschaftliche Teilfunktionen zerlegte Tätigkeit der ärztlichen Aufgabe gerecht? In der Eröffnungsveranstaltung wird Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundes­ärzte­kammer, dazu Stellung nehmen. Alle Teilnehmer sind eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Heinz Stüwe
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema