ArchivMedizin studieren1/2007Chirurgie: Videospiele trainieren

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Chirurgie: Videospiele trainieren

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, SS 2007: 2

Meyer, Rüdiger

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US-Studie: Reaktionszeiten und Augen-Hand-Koordination spielerisch trainieren. Foto: fotolia/nenadys
US-Studie: Reaktionszeiten und Augen-Hand-Koordination spielerisch trainieren. Foto: fotolia/nenadys
Wie werde ich ein geschickter Chirurg? Tägliche Übungen am Kopfkissen oder besser gleich an Schweinedärmen? Nein! James Rosser Jr. vom Beth Israel Medical Center in New York rät seinen Studenten eher zu Playstation, X-Box oder Gamecube. Regelmäßige Videospiele seien eine gute Möglichkeit, sich auf das Operieren vorzubereiten. Die Konsole trainiere die Augen-Hand-Koordination, verkürze Reaktionszeiten und verbessere das räumliche Vorstellungsvermögen und die visuelle Aufmerksamkeit, behauptet der Chirurg – nach eigener Aussage ein Videospieler der ersten Stunde.

An seiner Klinik leitet Rosser das Advanced Medical Technology Institute. Für nicht gerade wenig Geld – 295 USDollar kostet der Anfängerkurs – proben die Teilnehmer dort nicht nur die üblichen Anastomosenähte. Sie müssen ihre Geschicklichkeit auch an der Spielkonsole unter Beweis stellen. Für Rosser ein integraler Teil der Ausbildung – und eine Möglichkeit, die Fähigkeiten der Teilnehmer zu testen. Rossers jetzt in den Archives of Surgery (2007; 142: 181–6) vorgestellte Studie zeigt: Wer in den drei 25-minütigen Videospielen die meisten Punkte erzielte, hatte auch schneller den Dreh mit den laparoskopischen Geräten heraus. Und am geschicktesten stellten sich die Chirurgen an, die auch zu Hause gern zur Konsole griffen. Chirurgen, die mehr als drei Stunden pro Woche spielten, machten 37 Prozent weniger Fehler, waren zu 27 Prozent schneller und hatten im Abschlusstest zu 47 Prozent bessere Ergebnisse als Chirurgen, die Videospielen nichts abgewinnen konnten.

Rosser genießt eine gewisse Narrenfreiheit an der renommierten Klinik. Seine Fortbildungsmodule nennt er „Rosser Top Gun Laparoscopic Skills and Suturing Program“. Der Abschlusstest heißt „Top Gun Score“. Auch um den jüngeren Nachwuchs ist Rosser bemüht. Auf seiner Homepage gibt es auch ein paar flashbasierte Übungen für Kinder. Weitere Infos: www.topgun4kids.com.drills und auf der Homepage von Dr. Rosser www.rosseramti.com rme
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