ArchivDeutsches Ärzteblatt11/1996Günstige Wirkung von Metoprolol bei Herzinsuffizienz

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Günstige Wirkung von Metoprolol bei Herzinsuffizienz

EB

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LNSLNS Was lange Zeit als Kontraindikation galt, wird heute als vielversprechender Therapieansatz diskutiert: Betablocker zur Behandlung von Herzinsuffizienz. Hinter der jahrelangen Ablehnung der Substanz für diese Indikation stand die Vorstellung, daß Herzinsuffizienz allein ein hämodynamisches Problem sei. Und es schien gegen die Vernunft, diesen Patienten eine negativ inotrope Substanz zu verabreichen. Betrachtet man die Herzinsuffizienz unter dem Aspekt einer neurohormonalen Aktivierung, dann vermögen Betablocker das sympathische Nervensystem zu dämpfen. Das würde erklären, warum einige Patienten offensichtlich so gut auf Betablockade ansprechen, obwohl der genaue Wirkmechanismus noch nicht endgültig abgeklärt ist. Metoprolol (Beloc®, Astra) war eine der ersten Substanzen, die bereits vor 20 Jahren versuchsweise zur Betablok-kade bei Herzinsuffizienz eingesetzt wurden. Die Verbesserung von Morbidität und Mortalität wurde in einer großen multizentrischen Studie (Metoprolol in Dilated Cardiomyopathy Trial Study Group) mit 383 Patienten bewiesen. Dabei zeigte sich, daß Metoprolol gegenüber den Standardtherapeutika (ein-schließlich ACE-Hemmern) und Placebo die Auswurffraktion signifikant verbesserte und die Belastungsdauer deutlich erhöhte.
Den lebensverlängernden Effekt der Metoprolol-Therapie hat auch Dr. Hiroshi Oe (Osaka) auf dem jüngsten Kongreß des "American Congress of Cardiology" vorgestellt. In einer Follow-up-Studie verfolgte man die Überlebensraten von 129 Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie über einen Zeitraum bis zu 100 Monaten. Die Zahl kardial bedingter Todesfälle war in der Betablocker-Gruppe signifikant geringer als unter Standardtherapie. EB
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