ArchivMedizin studieren2/2008Nachwuchs in der Chirurgie: „Es muss noch viel passieren!“

Karriere

Nachwuchs in der Chirurgie: „Es muss noch viel passieren!“

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, WS 2008/09: 18

Bauer, Hartwig

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Foto: privat
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Es muss sicher noch viel in der Chirurgie passieren, damit mehr junge Ärztinnen und Ärzte sich für eine Laufbahn in dem Fach entscheiden. Das haben die Chirurgen erkannt. Ein Indiz dafür ist eine Veranstaltung auf dem vergangenen Chirurgenkongress, auf dem wir Ministerin Ursula von der Leyen zu einem Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema „Chirurgie und Familie – ein Widerspruch?“ eingeladen hatten.

Diese Veranstaltung hat großes Interesse gefunden. Aber die Aktivitäten der DGCH, der Hochschulen und chirurgischen Abteilungen sind nicht nur symbolischer Art. Wir arbeiten in verschiedenen Bereichen sehr konkret daran, die Weiterbildung zur Chirurgin oder zum Chirurgen attraktiver zu gestalten: Zunächst sehen wir einen enormen Verbesserungsbedarf in der Aus- und Weiterbildung. Studierende im praktischen Jahr werden häufig von der Chirurgie abgeschreckt, weil ihre Betreuung schlecht ist. Was wir brauchen, sind klar gegliederte Curricula für die Aus- und Weiterbildung, wir brauchen außerdem mehr Trainingskurse, Möglichkeiten für Simulatorentraining, eine Schulung der Weiterbildner und allgemein eine Definition dessen, was die Weiterbildungsstätten den jungen Ärztinnen und Ärzten grundsätzlich bieten müssen. An all diesen Punkten arbeiten wir.

Wir beteiligen uns außerdem im Augenblick an Mentorenkonzepten, um jungen Ärztinnen und Ärzten ihre Laufbahn in der Chirurgie zu erleichtern oder zum Teil auch überhaupt erst zu ermöglichen. An Studierende wenden wir uns ebenfalls: Es werden Preise ausgelobt für gute Studienleistungen mit Einladungen zum Chirurgenkongress. Dort sollen Studierende nicht nur einen Überblick bekommen über die faszinierenden Möglichkeiten der Chirurgie in Praxis und Forschung, sondern auch ihre praktischen Fähigkeiten in Trainingslaboren erproben können, um zu erfahren, wie es sich anfühlen könnte, Chirurg zu sein.

Nicht zuletzt machen wir auch kontinuierlich Druck auf die Krankenhausträger: Gute Aus- und Weiterbildung braucht Zeit. Die können die Ärzte in der Klinik nicht aufbringen, wenn sie in übermäßiger Arbeit ertrinken und Weiterbildung weiterhin nur ein Nebenprodukt der Arbeit bleibt.

Prof. Dr. med. Hartwig Bauerist der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), der wissenschaftlichen Fachgesellschaft der Chirurgen in Deutschland.
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