ArchivMedizin studieren2/2008Entwicklungszusammenarbeit in Guatemala: Projekt CEIBA

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Entwicklungszusammenarbeit in Guatemala: Projekt CEIBA

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, WS 2008/09: 22

Rachel, Elisabeth; Staufner, Christian

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Hast du das Bedürfnis, die Bibliothek gegen dein Stethoskop einzutauschen und endlich einmal anzuwenden, was du gelernt hast? Wolltest du schon immer einmal ausprobieren, ob du für medizinische Einsätze in Entwicklungsländern geeignet bist? Kannst du auch noch Spanisch, oder möchtest du es lernen? Keine Angst vor einfachen Lebensbedingungen? Freude an langen Fußmärschen? Vielleicht schon bald durch das Hochland Guatemalas. . .

Hilfe hautnah: Medizinstudierende werden in die Gesundheitssektoren „Allgemeine Dorfgesundheit“ und „Gesundheit der Frau“ integriert. Foto: dpa
Hilfe hautnah: Medizinstudierende werden in die Gesundheitssektoren „Allgemeine Dorfgesundheit“ und „Gesundheit der Frau“ integriert. Foto: dpa
CEIBA ist eine guatemaltekinsche Nichtregierungsorganisation (NGO), die Wissen und Technik bereitstellt, um die Lebensbedingungen der Maya-Bevölkerung im Hochland Guatemalas zu verbessern. So unterstützt CEIBA Dorfgemeinschaften dabei, eigene Gesundheitsposten zu installieren, stellt Medikamente und Ausrüstung und bildet einen von der Dorfgemeinschaft vorgeschlagenen angehenden Gesundheitsarbeiter aus, einen „Promotor de salud“. CEIBA arbeitet nach den Prinzipien der „Primary Health Care“, einem von der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO propagierten Konzept für medizinische Versorgungssysteme.

Seit 2002 können Medizinstudenten über die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland bvmd als „Voluntario“ ein Praktikum von mindestens zwei Monaten bei CEIBA machen. Dabei arbeiten sie entsprechend ihrer Ausbildung im Gesundheitssektor mit. Dieser gliedert sich in drei Bereiche: allgemeine Dorfgesundheit, Gesundheit der Frau und psychische Gesundheit. Integriert werden kann man als Medizinstudent vor allem in den ersten beiden, im gynäkologischen Bereich allerdings nur als Frau. Gemeinsam mit den promotores de salud behandeln die Medizinstudenten Patienten, klären über präventive Maßnahmen auf und helfen bei der Supervision der kleinen Gesundheitsposten, den sogenannten „botequines“ mit, die CEIBA in sämtlichen Dörfern seines Einzugsgebiets aufbaut.

Das Spektrum reicht von Infektionskrankheiten über Wundversorgung zur Schwangerenbetreuung. Auch Kinder gehören zu den Patienten. Gemeinsam mit den Mitarbeitern CEIBAs können die Studierenden durch ihr Wissen und bereits gesammelte medizinische Erfahrungen eine echte Unterstützung für CEIBA und die Menschen vor Ort sein. Dabei bietet die Zeit bei CEIBA eine großartige Gelegenheit, etwas über die Struktur und Arbeitsweise einer NGO zu erfahren, Arbeitsbedingungen und Lebensqualität als Mitarbeiter einer Entwicklungshilfeorganisation kennenzulernen, und Einblicke in die bewegte Geschichte Mittelamerikas zu gewinnen. Erfahrungen bisheriger voluntarios haben gezeigt, dass die Hilfe, die man leistet, bei Weitem nicht das aufwiegt, was man selbst von den Menschen Guatemalas lernen kann.

Wenn du Lust hast, mit gut gelaunten Menschen zusammenzuarbeiten, die in ihrem Land nach 30 Jahren Bürgerkrieg eine friedliche Gesellschaft aufbauen wollen und mit ihrer Einfachheit und Herzlichkeit bestechen, dann bist du bei CEIBA und im Bergland Huehuetenangos mehr als willkommen! Voraussetzungen: mindestens zwei Monate Zeit, Spanischkenntnisse, mindestens 4. Studienjahr, mindestens eine Famulatur in Innere oder Pädiatrie oder Chirurgie oder Gynäkologie. Elisabeth Rachel und Christian Staufner, beide TU Dresden, PJ guatemala@bvmd.de

Weitere Informationen unter: http://bvmd.de/ausland/scoph/projekte/international/lateinamerika
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