ArchivMedizin studieren2/2009Korruptionsverdacht: „Gekaufte“ Doktortitel?

Fokussiert

Korruptionsverdacht: „Gekaufte“ Doktortitel?

Hibbeler, Birgit

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: Vario Images [m]
Foto: Vario Images [m]
Unter den Hochschullehrern, gegen die die Staatsanwaltschaft wegen Bestechlichkeit bei der Vergabe von Doktortiteln ermittelt, sind auch Humanmediziner. Das bestätigte der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld auf Anfrage dem Deutschen Ärzteblatt.

Wie viele der rund 100 verdächtigen Dozenten an medizinischen Fakultäten tätig seien, konnte er ebenso wenig sagen wie, an welchen Universitätsstandorten. Die Hochschullehrer sollen promotionswilligen, aber ungeeigneten Akademikern zu einem Doktortitel verholfen haben. Ihnen wird vorgeworfen, Kandidaten als Doktoranden angenommen zu haben, die nicht ausreichend qualifiziert waren. Im Gegenzug erhielten sie offenbar Bestechungsgelder in Höhe von 4 000 bis 20 000 Euro.

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) begrüßt die laufenden Ermittlungen. Eine umfassende Aufklärung liege im Interesse der Wissenschaft, sagte DHV-Präsident Prof. Dr. Bernhard Kempen. Promovenden, die sich auf unlautere Angebote einließen, müssten mit der Aberkennung ihres Titels rechnen.

Um dem illegalen Titelhandel künftig einen Riegel vorzuschieben, fordert der DHV, in die Promotionsordnung der Fakultäten einen Passus aufzunehmen, in dem die Doktoranden das alleinige Erstellen der Doktorarbeit eidesstattlich versichern. BH/ER
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema