ArchivMedizin studieren2/20093. Kongress „Perspektiven und Karriere“: Was Deutschland zu bieten hat

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3. Kongress „Perspektiven und Karriere“: Was Deutschland zu bieten hat

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, WS 2009/10: 16

Richter-Kuhlmann, Eva

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Auf die Suche nach einer Weiterbildungsstelle muss sie sich nicht mehr begeben. Denn seit September ist Solveig Carmienke Weiterbildungsassistentin an der Universität Jena im Fach Allgemeinmedizin. Noch im vergangenen Herbst jedoch gehörte Carmienke als Medizinstudentin der Universität Leipzig zu den etwa 600 Teilnehmern des Kongresses „Perspektiven und Karriere“ des Deutschen Ärzte- Verlages und des Deutschen Ärzteblattes in Berlin. „Auf dem Kongress habe ich viele neue Ideen bekommen. Die Hinweise, wie ich meine Weiterbildung gut planen kann, haben mir sehr geholfen“, erklärt die frischgebackene Ärztin in Weiterbildung heute. Auch ganz konkrete Auswirkungen hatte der Kongress bei ihr: Mittlerweile ist Carmienke Mitglied im Deutschen Ärztinnenbund. „Besonders der Vortrag von Dr. med. Barbara Rothe, einer dreifachen Mutter, zum Thema ,Kind kontra Karriere?‘ hat mich sehr beeindruckt“, berichtet sie.

Fotos: Svea Pietschmann
Fotos: Svea Pietschmann
Die Chancen, die die Feminisierung der Medizin bietet, werden auch diesmal ein Schwerpunkt des Kongresses „Perspektiven und Karriere“ sein, der in diesem Jahr am 23. und 24. Oktober wieder im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin- Mitte stattfindet. Erwartet wird als Referentin auch die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Dr. med. Astrid Bühren. Sie setzt sich besonders dafür ein, Familienfreundlichkeit in das Leitbild von Universitäten und medizinischen Fakultäten zu bringen. „Das Studium beziehungsweise der Beruf musste bisher überwiegend von den Frauen ganz individuell mit Kindern und Familie vereinbart werden. Das ist Kompetenz- und Ressourcenverschwendung.“ Der Frauenanteil bei den Medizinstudierenden liegt inzwischen bei mehr als 60 Prozent. „Die Feminisierung der Medizin ist nicht mehr aufzuhalten: Und alle Medizinstudierenden werden später am Patienten- und Patientinnenbett gebraucht“, erklärt Bühren.

Trotz des hohen Frauenanteils in der Medizin sind Teilzeitmodelle und Kinderbetreuungsmöglichkeiten für junge Ärztinnen und Ärzte immer noch schwer zu finden. Genau hier setzt der inzwischen zum dritten Mal stattfindende Bundeskongress „Perspektiven und Karriere“ an. „Berufseinsteiger sollten sich nicht allein auf ihre derzeit guten Berufschancen verlassen, rät Arbeitsmarktexperte Dr. Wolfgang Martin, Frankfurt am Main. „Die Karriere sollte systematisch geplant werden. Dazu müssen sich die Bewerber zunächst gezielt informieren.“

Doch dies ist auf dem häufig unübersichtlichen Arbeitsmarkt gar nicht so einfach. Helfen werden den Nachwuchsmedizinern dabei an beiden Kongresstagen etwa 30 Referenten aus unterschiedlichen Fachbereichen. Sie geben konkrete Informationen über ärztliche Berufsperspektiven und Karrieremöglichkeiten und stehen den Studierenden Rede und Antwort. Ein Schwerpunkt des Kongresses ist wie im Vorjahr die gezielte Weiter- und Fortbildung. Neben Berufseinsteigern werden Ober- und Chefärzte, niedergelassene Kollegen sowie Klinikmanager ihre Erfahrungen weitergeben. Es sei an der Zeit, dass Klinikarbeitgeber und Nachwuchsmediziner endlich über Verbesserungen der Arbeitsund Weiterbildungsbedingungen gemeinsam diskutierten, erklärt Rüdiger Sprunkel, Verlagsleiter Deutsches Ärzteblatt, und fügt hinzu: „Wir leisten seit drei Jahren unseren Beitrag dazu und bieten mit dem Kongress ein Zukunftsforum.“

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Abgerundet wird das Kongressprogramm von einer Jobund Karrierebörse sowie von Workshops. Zahlreiche Kliniken und Unternehmen der Gesundheitswirtschaft stehen für Gespräche zur Verfügung. Im interaktiven Karriere-Center können die Teilnehmer auf Personalexperten treffen und individuelle Gespräche über ihre persönliche Berufs- und Karriereplanung führen. Die Kongressteilnahme ist für Studierende der Medizin sowie Ärztinnen und Ärzte auch in diesem Jahr kostenfrei. Der Kongress ist von der Ärztekammer Berlin als Fortbildungsveranstaltung anerkannt und wird mit acht Fortbildungspunkten zertifiziert. Aus Platzgründen können maximal 600 Interessierte teilnehmen. Anmeldungen sind daher notwendig: www.perspektiven-und-karriere.de. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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