ArchivMedizin studieren2/2009Praktisches Jahr: Vergleichbare Ausbildungsstandards

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Praktisches Jahr: Vergleichbare Ausbildungsstandards

Kampmeyer, Daniela

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Die bvmd hat Qualitätsstandards für die Ausbildung im PJ erarbeitet. Das praktische Jahr (PJ) bleibt ein wichtiges Thema an den medizinischen Fakultäten. Von schlechter Ausbildung und Betreuung ist die Rede, von ständigem Blutabnehmen und Hakenhalten, von schlecht vorbereiteten Studierenden und billigen Arbeitskräften. Alle Beteiligten – Studierende, Professoren und Fakultäten – sind mit der Situation unzufrieden. Das muss doch auch anders gehen! Die bvmd hat daher eigene Qualitätsstandards für die Ausbildung im PJ erarbeitet.

In den PJ-Standards fordert die Medizinstudierendenorganisation deutschlandweit für alle Studierenden gleiche Voraussetzungen für eine gute PJ-Ausbildung und damit für die Vorbereitung auf das Staatsexamen und den Beruf. Das betrifft Mindeststandards wie die kostenlose Bereitstellung von Arbeitskleidung, einen einfachen Zugang zum Computerarbeitsplatz genauso wie einen adäquaten Freizeitausgleich.

Die bvmd setzt sich außerdem dafür ein, dass PJ-Anwärter sich bei dem Lehrkrankenhaus ihrer Wahl bewerben können und nicht, wie vielerorts üblich, erst die Uniklinik bedient wird, bevor Lehrkrankenhäuser PJler zugeordnet kommen. Die PJ-Standards fordern ferner strukturierte, wöchentliche Fortbildungen und die Definition von Ausbildungszielen, die mithilfe eines Logbuchs nachgehalten werden können. Studierende müssen im Rahmen ihrer Ausbildung natürlich auch innerhalb eines angemessenen zeitlichen Rahmens ärztliche Routinearbeiten verrichten. Genauso selbstverständlich sollte aber auch die durch Supervision unterstützte Betreuung eigener Patienten ein Teil der Ausbildung sein, um die künftigen Ärzte bestmöglich auf den Beruf vorzubereiten.

Eine Bezahlung für PJler ist vielerorts in der Diskussion. Ein Argument dagegen ist, dass die Studierenden als „Auszubildende“ vorwiegend Leistungen in Anspruch nehmen. Eine Bezahlung scheint somit widersprüchlich. Die Realität sieht aber leider häufig anders aus: Die PJler werden als Arbeitskräfte eingesetzt, wobei die Ausbildung zu kurz kommt. Nach Auffassung der bvmd ist eine Aufwandsentschädigung gerechtfertigt, wenn sie nicht als Bezahlung und damit als Legitimation von Ausbildungsdefiziten missverstanden wird.

Auch wenn gerade während des PJs, in dem kaum ein Nebenverdienst möglich ist und vielen Studierenden kein Kindergeld mehr zusteht, eine finanzielle Unterstützung zur Deckung der Lebenskosten wünschenswert wäre: Der Verbesserung der Ausbildungsqualität muss die höchste Priorität zukommen. Daniela Kampmeyer, AG Medizinische Ausbildung, bvmd, 8. Semester, Köln ausbildung@bvmd.de
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