ArchivMedizin studieren1/2009Praktisches Jahr: Gemeinsam für eine bessere Ausbildung

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Praktisches Jahr: Gemeinsam für eine bessere Ausbildung

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, SS 2009: 18

Hörl, Dorothea

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Eine Kampagne mit dem Marburger Bund soll die Qualität des PJ verbessern.

Die Approbationsordnung legt die Gestaltung des praktischen Jahrs (PJ) fest: Danach sollen der Unterricht am Patienten im Mittelpunkt stehen und die im Studium erworbenen ärztlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten vertieft werden. Die Studierenden sind dabei nur zu Tätigkeiten heranzuziehen, die ihrer Ausbildung dienen. Neben weiteren Regelungen werden auch Bedingungen für Krankenhäuser definiert. Diese müssen erfüllt sein, um PJler auszubilden.

Leider ist dies nur Theorie: Statt auf den Arztberuf vorbereitet zu werden, stopfen die Studierenden die durch den Personalmangel hervorgerufenen Lücken. Statt praktischer Ausbildung am Krankenbett stehen Routinearbeiten im Vordergrund. Oft wird Studierenden eine freie Wahl ihrer Wirkungsstätte im PJ verwehrt, indem sie universitätseigenen Kliniken zugewiesen werden. Zusätzlich ist die Mobilität durch einen uneinheitlichen Beginn der Tertiale des PJ eingeschränkt. Die Zeit zum Eigenstudium, besonders in Hinsicht auf das bevorstehende sogenannte Hammerexamen, ist sehr knapp bemessen, was nicht zuletzt an unregelmäßigen Arbeitszeiten, fehlendem Freizeitausgleich, wenigen Fehltagen und nicht existenten Studientagen liegt. Eine Aufwandsentschädigung darf man an den meisten Kliniken auch nicht erwarten, obwohl das PJ ein Fulltime-Job ist. Zeit zum Jobben bleibt nicht.

So kann es nicht weitergehen!
Deswegen hat die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) Forderungen zur Verbesserung des PJ gestellt und will diesen nun in Zusammenarbeit mit dem Marburger Bund in einer deutschlandweiten Kampagne Nachdruck verleihen. Diese Kampagne verwendet fünf Skelettfiguren, welche die Missstände darstellen. Die Skelette werden an medizinischen Fakultäten in ganz Deutschland ausgestellt und sollen dort Studierende, Professoren, Ärztinnen und Ärzte auf die Mängel im PJ aufmerksam machen. Ergänzt wird die Kampagne durch Postkarten, auf denen die Forderungen zusammenfasst sind und die unterschrieben direkt an die bvmd zurückgesendet oder bei der Fachschaftsvertretung abgegeben werden können.

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Durch eure Unterschrift auf der Postkarte unterstützt ihr die bvmd-Forderungen. Gegen Ende des Jahres werden sie gesammelt dem Präsidenten der Kultusministerkonferenz übergeben. Jede Unterschrift zählt, es wird uns alle früher oder später betreffen! Macht mit und werdet aktiv!
Dorothea Hörl, München,
Öffentlichkeitsarbeit bvmd

Reisestationen der Skelette, nähere Informationen und Kontaktadressen unter: www.bvmd.de/pj.

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