ArchivDeutsches Ärzteblatt11/1996Bordetella pertussis: DNA-Nachweis für Keuchhustenerreger

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Bordetella pertussis: DNA-Nachweis für Keuchhustenerreger

Becher, Franziska

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LNSLNSLNSLNS Die von den Pädiatern seit langem geforderte schnelle und vor allem frühzeitig sichere Diagnose einer Infektion mit Bordetella pertussis ermöglicht der neue DNA-Nachweis: Eine fast 100prozentige Genauigkeit bestätigte Prof. Manfred Gahr (Universität Dresden) dem von der Firma biodelta (Bad Oeynhausen) entwickelten Keuchhusten-Erregernachweis. Zur Zeit findet das neue Verfahren seinen Einsatz in einer klinischen Studie. Dabei wird untersucht, zu welchem Zeitpunkt nach Infektion respektive in welchem Erkrankungsstadium der Erreger in der Rachenschleimhaut nachgewiesen werden kann.
Die neue Methode beruht auf dem Nachweis der Erbinformation des Erregers. Mit Hilfe spezieller ProbenTupfer wird ein Abstrich der Rachenschleimhaut entnommen. Die Erreger werden vom Tupfer abgespült, wobei die Spüllösung aufgefangen wird und den weiteren Untersuchungen dient. Die in diesem Fall in ihr enthaltenen Bordetella-pertussis-Erreger werden aufgebrochen. Dies führt zur Freisetzung der
Erbinformation der Bakterien, die auf diese Weise für weitere Untersuchungen zugänglich ist.
Diagnostische Verfahren auf der Basis molekularbiologischer Techniken machen sich Eigenschaften und Spezifität der Erbinformation zunutze: Jeder Organismus besitzt charakteristische Abschnitte auf seiner Erbinformation, die zu seiner Identifizierung herangezogen werden können. Ein derart charakteristischer Abschnitt der Erbinformation des Keuchhusten-Erregers wird mit Hilfe einer Amplifikationsmethode etliche 1 000 Male vermehrt. Diese Vervielfachung findet in vitro statt und betrifft ausschließlich den ausgewählten Abschnitt der Erbinformation. Nach einer Reaktionszeit von zirka drei Stunden liegt der charakteristische Bereich der Erbinformation in einer so hohen Konzentration im Reaktionsgefäß vor, daß weitere Untersuchungen dieses Abschnitts zur eindeutigen Zuordnung des Erregers durchgeführt werden können.
Zu diesen Untersuchungen gehören die Spaltung des vervielfachten Fragments sowie die Auftrennung der Spaltprodukte nach ihrer Größe im elektrischen Feld. Anzahl und Größe der Subfragmente werden zur Identifizierung des Erregers herangezogen. Das gesamte Nachweisverfahren bis zur Vorlage der Testergebnisse ist nach fünf Stunden abgeschlossen. Franziska Becher
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