ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2011MammaSonographie: Anachronistisch
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Die im Artikel wiedergegebenen Statements treffen den Kern des Problems.

Das Mammakarzinomscreening in vorgegebenen Zentren wurde hierzulande flächendeckend installiert, weil man in einer zentralistisch gesteuerten Karzinom-Früherkennung nach amerikanischem Vorbild einer Heilserwartung Ausdruck geben wollte, die allein mit Hilfe der Mammographie nicht erfüllbar ist. Brustkrebs-Detektionsraten von circa plus 25 Prozent mit Hilfe einer zusätzlich zur Mammographie eingesetzten Mammasonographie sprechen eine deutliche Sprache. Bei Dichtegraden ACR 3 und 4 ist die Mammasonographie der Mammographie eindeutig überlegen.

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Von daher mutet es anachronistisch an, wenn den die Sonographie durchführenden Ärzten der Vorwurf gemacht wird, sie wollten sich mit der als IGeL-Leistung angebotenen Sonographie bereichern. Immer wieder werden Mammakarzinome im Zeitraum zwischen zwei Mammographien des Mammascreenings durch die Sonographie entdeckt.

Auch ist es anachronistisch, den Dichtegrad der Mammae beim Mammascreening nicht automatisch mit anzugeben, dadurch geht ein erhebliches Informationsdefizit mit der Befundung einher. Korrespondenzen mit den Ärzten des Mammascreenings haben diesbezüglich eine Hoffnung auf eine Änderung der Befundung zunichtegemacht, da „die in Anwendung befindliche Software eine ACR-Dichte-Angabe nicht vorgesehen“ hat. Kaum glaublich, dass man die Software nicht unverzüglich abändern könnte, in einzelnen Bundesländern, Baden-Württemberg zum Beispiel, wird der Dichtegrad übermittelt.

Zudem werden die Frauenärzte nicht mehr vom durchgeführten Screening der einzelnen Patientinnen informiert, in Zeiten der E-Mail dürfte die Begründung, man wolle auf diese Weise Porto sparen, wohl auch fehlgehen.

Dr. med. Stefan Wenzel, 65343 Eltville

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