ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2011Randnotiz: Mit der Hilfe kam die Tbc

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Randnotiz: Mit der Hilfe kam die Tbc

Dtsch Arztebl 2011; 108(1-2): A-5 / B-5 / C-5

Richter-Kuhlmann, Eva

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Einfühlsam und zuverlässig sollte ein Au-pair sein, wenn es die Kinder der Gastfamilie betreut. Und natürlich frei von Tuberkulose. Das ist selbstverständlich. So selbstverständlich, dass dieses Kriterium gar nicht so selten von Familien sowie Ärztinnen und Ärzten unbeachtet bleibt.

Doch dreiviertel aller Au-pairs in Deutschland stammen aus Ländern mit einer hohen Tuberkulose-Prävalenz und -inzidenz und können die Erkrankung (trotz Gesundheitszeugnis) in die Familien bringen. Ein Tuberkulose-Screening ist im Gegensatz zu Asylbewerbern und Spätaussiedlern nicht vorgeschrieben.

„Durch eine Befragung der Gesundheitsämter konnten wir in den letzten Jahren Daten zu Au-pairs mit Tuberkulose zusammentragen“, berichtet Dr. med. Hilte Geerdes-Fenge dem Deutschen Ärzteblatt. Die identifizierten 22 jungen Frauen kamen aus Kenia, Georgien, der Mongolei, Indonesien, Nepal, Russland, Rumänien und Peru. „17 Au-pairs hatten einen positiven Sputumausstrich mit Nachweis von Mycobacterium tuberculosis“, erklärt die bis März 2010 am Gesundheitsamt München-Land tätige Ärztin. Da eine Tuberkulose teilweise differenzialdiagnostisch nicht oder erst spät in Betracht gezogen wurde, seien je nach Dauer der unbehandelten Erkrankung viele Menschen angesteckt worden. Zwei Frauen hätten jeweils zehn beziehungsweise elf Personen infiziert.

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„Insgesamt infizierten die 17 Au-pairs 46 Personen, darunter 21 Kinder“, berichtet Geerdes-Fenge. Ihr Rat zur Infektionsprävention: Bei länger als drei Wochen anhaltendem Husten sollten die Lungen von Menschen aus Ländern mit hoher Tuberkulose-Prävalenz geröntgt werden. Auch Screening-Untersuchungen seien ratsam.

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