ArchivMedizin studieren2/2010Ausland: „Trikont“ gibt Tipps in Aachen

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Ausland: „Trikont“ gibt Tipps in Aachen

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 2/2010: 20

Saupp, Peter; Semester, 7.

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Ein viertägiges Seminar bereitet auf einen Arbeitsaufenthalt in Lateinamerika, Afrika oder Asien vor.

Dass das Medizinstudium ein hohes Lernpensum und eine stetige Selbstorganisation verlangt, ist hinreichend bekannt. Trotzdem hat das freiwillige Engagement in der medizinstudentischen Selbstorganisation (bvmd) eine lange Tradition. Vielen reichen die Vorlesungen und das tägliche Wälzen von dicken Büchern nicht aus, um sich in ihrem Studium zu verwirklichen. Egal, ob man sich nebenher in einer der Arbeitsgruppen seiner lokalen Fachschaft oder Studentenvertretung, bei einer der Studi-Gruppen der „International Physicians for the Prevention of Nuclear War“ oder in einer Suppenküche engagiert: Die Betätigungsmöglichkeiten sind vielfältig. Es geht dabei nicht nur darum, Gutes zu tun, sondern andere Medizinstudenten und neue Dinge kennenzulernen, Verantwortung zu übernehmen und Projekte zu planen. Erfolgreiche Beispiele aus der bvmd-Arbeit sind unter anderen das „Teddybärkrankenhaus“, das Kindergartenkindern die Angst vor Ärzten nehmen soll, „Mit Sicherheit verliebt“, einem Aufklärungsprojekt für Schüler oder der „Famulanten- und Forschungsaustausch“.

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Gefragt sind Ausdauer und Kreativität: Seit November 2009 arbeitet die etwa zehnköpfige Gruppe an der Vorbereitung des viertägigen Seminars. Foto: Peter Saupp
Gefragt sind Ausdauer und Kreativität: Seit November 2009 arbeitet die etwa zehnköpfige Gruppe an der Vorbereitung des viertägigen Seminars. Foto: Peter Saupp

Neben kleineren lokalen Projekten finden in der bvmd auch immer wieder national oder international ausgerichtete Veranstaltungen statt. So hat sich eine kleine Gruppe von Studenten an der Medizinischen Fakultät in Aachen entschlossen, ein sogenanntes Trikont-Seminar zu veranstalten. Das ist ein Vorbereitungsseminar für Medizinstudenten, die einen Auslandsaufenthalt in einem Entwicklungsland planen oder sich für Themen wie „globale Gesundheit“ interessieren. Der Name „Trikont“ signalisiert, dass es in den verschiedenen Workshops und Vorlesungen besonders um die drei Kontinente Afrika, Asien und Lateinamerika geht.

Noch viele Aufgaben liegen vor dem Organisationsteam, bis das „Trikont-Seminar“ Ende April 2010 stattfinden kann. Neben dem Zusammenstellen des Vorlesungs- und Workshopprogramms, für das Dozenten gefunden und Konzepte ausgearbeitet werden müssen, steckt sehr viel Arbeit in den kleineren Dingen: Eine Unterkunft und gute Verpflegung gehören genauso dazu wie ein attraktives Rahmenprogramm. Die Erstellung einer Homepage, die Konzeption von Werbedrucksachen, das Eintreiben von finanziellen Mitteln und das Organisieren geeigneter Räumlichkeiten ist aufwendiger, als man vorher erwartet hatte. Dennoch lohnt sich die Arbeit. Denn innerhalb der ersten zwei Anmeldungstage war die Teilnehmerliste mit 75 Plätzen bereits voll. Die teilnehmenden Medizinstudenten aus ganz Deutschland können sich auf ein buntes Programm zu medizinischen, aber auch sozialen und kulturellen Gegebenheiten auf dem Kontinent, den sie besuchen werden, freuen. Eine ausführliche Länderkunde und Vorlesungen zu Tropen- und Reisemedizin finden genauso einen Platz wie Workshops rund ums Impfen, Nähen, Knoten und zu verschiedenen Untersuchungstechniken. Besonderer Wert wird auf die ethischen Aspekte von globaler Gesundheit gelegt, denn Themen wie „Gesundheitsimperialismus“ und die Frage, wie die Gesundheitsversorgung nach dem Einsatz in der Region weitergeht, kommen in vielen anderen Veranstaltungen zu kurz.

Die erhebliche Resonanz auf die Veranstaltung zeigt, dass der Bedarf groß ist. Medizinstudierende, die etwas Ähnliches an ihrer Fakultät vorbereiten möchten, können sich gern wenden an: peter.saupp@rwth-aachen.de.

Peter Saupp, 7. Semester, Aachen

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