ArchivMedizin studieren1/2010Studienaufbau: Neuer Lernzielkatalog Medizin

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Studienaufbau: Neuer Lernzielkatalog Medizin

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 1/2010: 20

Kampmeyer, Daniela

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An einem „Nationalen, kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin“ arbeiten der Medizinische Fakultätentag und die Gesellschaft für medizinische Ausbildung. Ziel ist es, trotz der Ausbildungsvielfalt an den Fakultäten einen gemeinsamen Grundstandard zu etablieren.

Der Lernzielkatalog ist ein inhaltliches und politisches Großprojekt. Im Frühjahr 2009 fand dazu ein erstes Treffen der Projektgruppe „Nationaler kompetenzbasierter Lernzielkatalog Medizin (NKLM)“ statt. An der Erarbeitung des Lernzielkatalogs wirken neben dem Medizinischen Fakultätentag, der Gesellschaft für medizinische Ausbildung, dem Bundesministerium für Gesundheit, den wissenschaftlichen Fachgesellschaften und weiteren Verbänden auch wir mit, die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd).

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Inhaltlich sollen die Ärztliche Approbationsordnung (ÄAppO) sowie be-reits erstellte Lernziel-/Gegenstandskataloge als Basis dienen. Am Ende des Prozesses steht die Definition der ärztlichen Kompetenzen, die, abgesehen vom medizinischen Fachwissen, in sechs weitere Rollen eingeordnet werden sollen: „Collaborator“, „Manager“, „Health Advocate“, „Communicator“, „Scholar“ und letztlich „Professional“. Dieses Konzept ist einem kanadischen Modell namens „CanMEDS“ entnommen und dient international bereits häufiger als formales Konstrukt zur Definition von ärztlichen Kompetenzen.

Aber was bringt ein „NKLM“ uns Studierenden? An den Hochschulen könnte er den Wunsch bekräftigen, Studierende als künftige Ärzte wahrzunehmen und auszubilden, die über mehr Kompetenzen verfügen müssen, als Anatomiebücher auswendig zu lernen. Auf solch eine umfassende Ausbildung hat die bvmd bereits 2006 mit dem „Kerncurriculum für die Medizinische Ausbildung in Deutschland“ verwiesen. Tatsächlich gibt es zahlreiche Überschneidungen zwischen dem bvmd-Kerncurriculum und CanMEDS.

Definition ärztlicher Kompetenzen Mehrere Länder bedienen sich dieses aus Kanada stammenden Modells, das neben dem fachlichen Wissen und Können von Medizinern auch Soft Skills einbezieht.
Definition ärztlicher Kompetenzen
Mehrere Länder bedienen sich dieses aus Kanada stammenden Modells, das neben dem
fachlichen Wissen und Können von Medizinern auch Soft Skills einbezieht.

Ein solcher Lernzielkatalog kann außerdem als Orientierung für die Prüfungsvorbereitung dienen – besonders für das mündlich-praktische zweite Staatsexamen, für das bisher kein Qualifikationsrahmen existiert. Wichtig ist zudem: Die Arbeit an dem NKLM gibt uns die Möglichkeit, unsere Ausbildungsinhalte realitätsnah und praxisrelevant zu gestalten.

Dennoch ist Vorsicht geboten! So wie viele Köche den Brei verderben, könnten die vielen Interessenlager zu einer Überfrachtung des Lernzielkatalogs führen – und damit zu einer Überladung unseres Studiums. Daher sehen wir als Studierendenvertreter unsere Aufgabe auch darin, einen Gegenpol zum Facharztwissen zu bilden und darauf hinzuwirken, dass am Ende der ärztlichen Ausbildung ein Arzt steht, der praktisch und theoretisch für jede Weiterbildung vorbereitet ist.

Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, schickt gerne eine E-Mail an: ausbildung@bvmd.de.

Daniela Kampmeyer, 8. Semester, Köln

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