Editorial

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Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 3/2010: 1

Stüwe, Heinz

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Selten stand das Medizinstudium so sehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit. „Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Rösler will den NC für Medizin abschaffen“, hieß es im April. Nicht alle Vorschläge in der lebhaften Diskussion seither sind zu Ende gedacht. Gut ist auf jeden Fall, dass sich die ärztlichen Körperschaften intensiv der Sorgen und Wünsche der Studierenden und der Ärzte in Weiterbildung annehmen (siehe die Artikel auf den Seiten 16 und 22). Ein weiterer Fortschritt: Viele Politiker haben den Ärztemangel als ein Problem erkannt, für das dringend Lösungen gefunden werden müssen. Der Bedarf an medizinischer Versorgung wird in einer alternden Bevölkerung mit Sicherheit nicht geringer. Gleichzeitig treten viele berufstätige Ärztinnen und Ärzte in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Vor diesem Hintergrund fordert Rösler mehr Medizin-studienplätze. So richtig das ist – wenn in der klinischen Ausbildung dann 15 statt zwölf Studierende an einem Krankenbett ständen, wäre nicht viel gewonnen. Deshalb hat der Deutsche Ärztetag im Mai gefordert, die Kapazitäten im klinischen Teil des Studiums zu erweitern und den Praxisbezug in der Lehre zu verstärken. Angeregt wurde, über die Universitätskliniken hinaus andere Krankenhäuser in die klinische Ausbildung einzubeziehen. Die Allgemeinmedizin im Studium soll gestärkt und Einblicke in die praktische Tätigkeit von Hausärzten vermittelt werden. Wie weit die Realität davon entfernt ist, zeigt die Forderung des Ärztetages an die Hochschulen, endlich an allen medizinischen Fakultäten Lehrstühle für Allgemeinmedizin einzurichten. Ob es dagegen gelingen kann, mit einer Landarztquote bei der Studienplatzvergabe Versorgungsengpässe abseits der Ballungsregionen zu beheben? Wer gut ausgebildet ist und hohe Ansprüche an den Beruf hat, lässt sich nicht zu seinem Glück zwingen.

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Heinz Stüwe

Chefredakteur Deutsches Ärzteblatt

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