ArchivMedizin studieren3/2010Belastungstest nach Mitralklappenersatz

MEDIZIN: Kasuistik

Belastungstest nach Mitralklappenersatz

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 3/2010: 26

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Ein 67-jähriger Patient kommt für ein Belastungs-EKG in die Praxis. Ziel ist es, zu ermitteln, wie belastbar er nach einem kürzlich erfolgten Mitralklappenersatz ist. Der Patient gibt an, die OP gut überstanden zu haben und ist mit seiner Belastbarkeit zufrieden. Kürzlich wurde bei ihm eine Koronarangiographie durchgeführt, bei der eine koronare Herzerkrankung ausgeschlossen wurde. Allerdings erhält er Digitalis wegen intermittierender Arrhythmien bei Vorhofflimmern mit tachykarden Phasen.

H.-J. Becker, G. Kober, W.A. Fach: EKG-Repetitorium, Deutscher Ärzte-Verlag
H.-J. Becker, G. Kober, W.A. Fach: EKG-Repetitorium, Deutscher Ärzte-Verlag

Auflösung

Im Ruhe-EKG Sinusrhythmus, Indifferenztyp und ein unauffälliger Erregungsablauf, insbesondere keine muldenförmige ST-Streckensenkung als Zeichen der Digitalismedikation.

In der sechsten Belastungsminute bei 75 Watt Belastung in der Ableitung V4 aszendierende ST-Streckensenkung. In Ableitung V5 nahezu horizontal verlaufende ST-Streckensenkung von 0,3 mV. In der Erholungsphase nur allmählicher Rückgang der ST-Senkung. In V6 jetzt leicht muldenförmiger Verlauf der ST-Senkung.

Hintergrund

Eine Digitalisierung mit Gabe von Digoxin innerhalb der vergangenen 14 Tage und mit Digitoxin innerhalb der letzten drei Wochen schließt eine ST-Streckensenkung als sicheren Ischämieparameter aus. Typischerweise persistieren die ST-Veränderungen unter Digitalis weit über die Belastungsdauer hinaus.

Weiterführende Diagnostik

Bleibt in solchen Fällen die Diagnose einer koronaren Herzkrankheit unsicher, kann mit einem Myokardszintigramm unter Belastung eine Ischämie gesichert oder ausgeschlossen werden.

MERKE: ST-Streckensenkungen unter Digitalis können nicht als Ischämienachweis gewertet werden!

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