ArchivMedizin studieren3/2010Nachwuchsarbeit: Kampf um die besten Köpfe

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Nachwuchsarbeit: Kampf um die besten Köpfe

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 3/2010: 10

Hillienhof, Arne

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Nicht nur in der Allgemeinmedizin sind die Bewerber knapp. Auch bei den Fachärzten gibt es Nachwuchsprobleme.

Landarztquote, veränderte Zulassungen zum Medizinstudium, Zuschüsse zur Praxisgründung und vieles mehr: Die Maßnahmen gegen den Hausarztmangel sind in aller Munde. Aber auch in vielen anderen Fächern sind die Bewerber knapp. Chirurgen, Internisten, Neurologen und andere haben daher Programme aufgelegt, um den Nachwuchs für ihre Fächer zu interessieren. Dabei reichen die Angebote von Online-Informationen über Stipendien bis zu Patenschaftsprogrammen. Hier eine Übersicht:

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Anästhesisten

Der Berufsverband Deutscher Anästhesisten und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. haben die Internetseite www.anaesthesist-werden.de eingerichtet. Ziel ist es, mit Informationen zum Fach und zur Weiterbildung den Einstieg in die Anästhesie zu erleichtern. Zusätzlich informieren die Verbände mit einem mobilen Studentencafé an verschiedenen Lehrkrankenhäusern und Universitäten über ihr Fach. Die Termine hierfür befinden sich auf der oben genannten Website.

Internisten

Die Deutsche Gesellschaft Innere Medizin (DGIM) hat auf dem jährlichen Internistenkongress ein Karriereforum namens „Chances“ eingerichtet. Die Teilnehmer können dort an den Sitzungen „Meet the Mentor/Meet the Professor“ und Expertengesprächen zum Berufsweg teilnehmen. Interessierte finden Infos dazu unter www.dgim2010.de/de/Chances.htm. Außerdem vergibt die Fachgesellschaft jährlich drei Stipendien für die European School of Internal Medicine. Dort gibt es Kurse für junge Internisten aus ganz Europa. Mehr Infos unter www.esim2010.org. oder www.dgim.de/wisspreise/stipendien.html. Die Fachgesellschaft spendet außerdem zehn Reisestipendien in Höhe von 100 Euro an Studenten, die die Jahrestagung der DGIM besuchen möchten. Weitere Preise der Fachgesellschaft richten sich an junge Wissenschaftler, die bereits zu Themen aus der Inneren Medizin publizieren. Auch der Berufsverband BDI ist aktiv: Er hat für die Nachwuchsarbeit das sogenannte Junge Forum gegründet, dass Projekte erarbeiten soll, um die Situation in der Weiterbildung zu verbessern und so Studierende zu gewinnen.

Neurologen

Die Jungen Neurologen sind die Nachwuchsorganisation der Neurologen in Deutschland. Sie richten sich an Studierende und an Ärzte bis zur Facharztprüfung. Träger sind die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) zusammen mit dem Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN).

Zentrales Kommunikationsmedium ist die Website www.junge-neurologen.de. Hier gibt es Infos zur Weiterbildung, Erfahrungsberichte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zum Psychiatriejahr und anderes. Neurologen berichten in kurzen Filmen, was sie an ihrem Fach besonders fasziniert. Moderierte Foren zu verschiedenen Themen bieten Möglichkeiten, Fragen zu stellen und zu diskutieren. Ein besonderes Highlight ist eine Datenbank mit aktuellen CME-Fortbildungen, die für die Teilnehmer unentgeltlich sind. Ein Stellenmarkt bietet eine Übersicht über aktuelle Arbeitsmöglichkeiten.

Ein weiterer Baustein der Arbeit sind einwöchige Summer Schools der Jungen Neurologen, die in diesem Jahr in Köln, Dresden und Kiel stattfinden und einen Crashkurs in praktischer Neurologie bieten.

Auf der Jahrestagung der DGN gibt es einen eigenen Bereich für die Jungen Neurologen. Interessierte finden dort ein Survival-Training für die ersten Nachtdienste, ein persönliches Karriere-Coaching und unter Junge-Neurologen-Science Vorträge und Diskussionen zu Fördermöglichkeiten und Tipps zur Präsentation und Publikation der eigenen Ergebnisse. Die Teilnahme am DGN-Kongress ist für Studierende kostenfrei. Infos gibt es auf der Website der Jungen Neurologen.

Chirurgen

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) hat für die Nachwuchsarbeit die Kampagne „Nur Mut“ ins Leben gerufen. Zentrales Infomedium ist die Internetseite www.chirurg-werden.de. Dort finden Interessierte Tests dazu, ob sie sich als Chirurg eignen, welche Voraussetzungen sie mitbringen sollten und wie die Weiterbildung im Fach aussieht. Auch die Chirurgen kommen mit der Kampagne an Unis und Lehrkrankenhäuser. Unter dem Motto „Chirurgie zum Mitmachen“ gibt es Infos, praktische Übungen, Tipps und Erfahrungen vor Ort. Die Termine stehen auf der oben genannten Website.

Der Berufsverband hat außerdem zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCh) ein Patenschaftsprogramm für junge Chirurgen in der Weiterbildung eingerichtet. Jeder Teilnehmer erhält einen erfahrenen Paten zur Seite gestellt. Dieser steht dem Jung-Chirurgen als Ratgeber und Kommunikationspartner bei Fragen zur beruflichen Entwicklung zur Verfügung. Die Patenschaft ist kostenfrei. Interessierte finden weitere Informationen auf der Internetseite www.bdc.de im Bereich Patenschaft.

Mit der Theodor-Billroth-Akademie hat die DGCh außerdem eine Summer School eingerichtet, bei der junge Chirurgen, aber auch Studierende von erfahrenen Chirurgen unterrichtet werden und an anatomischen (Tier-)Präparaten ihre Fertigkeiten trainieren. Solche Skills Lab verbunden mit theoretischem Unterricht gibt es auch auf dem „Jungen Forum“ im Rahmen des Jahreskongresses der DGCh. Informationen zu der Akademie befinden sich auf www.chirurg-werden.de unter „Termine“, Infos zum Jahreskongress unter www.dgch.de unter „Veranstaltungen“.

Radiologen

Die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) hat verschiedene Maßnahmen initiiert, um Medizinstudierende für das Fachgebiet Radiologie zu begeistern. So ermöglichte ein Patenschaftsprogramm dem medizinischen Nachwuchs die kostenfreie Teilnahme am 91. Deutschen Röntgenkongress Mitte Mai in Berlin. Zeitgleich zum Kongress ging der Verband mit einem neuen Internetportal online. Hier können angehende Radiologen in direkten Kontakt mit Fachleuten treten und spezielle Probleme diskutieren, aber auch mit Kommilitonen und Kollegen untereinander kommunizieren. Neben den Foren erhalten die User eine Einführung in die Radiologie sowie vielfältige Informationen zur Weiterbildung und Facharztprüfung. Stellenbörsen, Besprechung aktueller Bücher und das monatlich aktualisierte Quiz eines radiologischen Falls runden das Angebot ab. Darüber hinaus startet die DRG eine Exzellenzinitiative, die sich an den Spitzennachwuchs in der Radiologie richtet. Jedes Jahr sollen ausgewählte Radiologen zu speziellen Seminaren eingeladen werden, die sich den aktuellen Forschungsbrennpunkten des Fachs widmen. Dr. med. Arne Hillienhof

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