ArchivMedizin studieren3/2010Bundesweite Online-Umfrage: Erwartungen an den Arztberuf

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Bundesweite Online-Umfrage: Erwartungen an den Arztberuf

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 3/2010: 22

Maus, Josef

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KBV-Vorstand Carl-Heinz Müller hofft auf eine hohe Beteiligung an der Online-Umfrage Foto: Georg J. Lopata
KBV-Vorstand Carl-Heinz Müller hofft auf eine hohe Beteiligung an der Online-Umfrage Foto: Georg J. Lopata

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung möchte mit Unterstützung der Studiendekane gerne wissen, welche Anforderungen Medizinstudierende an die spätere ärztliche Tätigkeit stellen.

Was tun, wenn der ärztliche Nachwuchs ausbleibt? Am besten fragt man bei denjenigen nach, die in der Ausbildung zur Ärztin oder zum Arzt stecken. Genau das hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) jetzt vor. Die Spitzenorganisation der circa 140 000 niedergelassenen Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten will im Juni und Juli die Medizinstudierenden unter anderem danach befragen, welche Gründe es gibt, das Studium eventuell nicht zu beenden oder nach dem Ende des Studiums nicht in die Patientenversorgung zu gehen.

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Diese Fragen haben einen aktuellen Hintergrund. Bereits jetzt zeichnet sich ein besorgniserregender Ärztemangel ab – vor allem in der hausärztlichen Versorgung auf dem Land, aber keineswegs nur da. Auch bei den Fachärzten wird es knapp. KBV-Vorstand Dr. med. Carl-Heinz Müller nennt im Deutschen Ärzteblatt Zahlen: „Bis zum Jahr 2020 gehen insgesamt fast 52 000 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand. Davon sind knapp 24 000 Haus- und 28 000 Fachärzte.“ Hinzu kommen nochmals circa 20 000 Chef- und Oberärzte an Kliniken. Der Ersatzbedarf ist enorm.

Demgegenüber stehen ungefähr 76 000 junge Menschen, die gegenwärtig Medizin studieren. Theoretisch könnte das reichen, um die künftigen Lücken zu füllen, tatsächlich jedoch kommen längst nicht alle in der stationären oder ambulanten Versorgung an. Viele brechen das Studium ab, andere wenden sich Tätigkeiten zu, die nicht direkt mit der Patientenversorgung zu tun haben. Außerdem lockt das Ausland mit durchaus attraktiven Perspektiven.

Die KBV verfolgt diese Tendenzen mit großer Sorge. Sie ist davon überzeugt, dass der Arztberuf hierzulande wieder deutlich attraktiver werden muss, um die Nachwuchsprobleme zu beheben. Aber welche Erwartungen haben die Medizinstudierenden nun genau an ihren späteren Beruf? Welche Anforderungen stellen sie? Wie wichtig ist ihnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Derartige Fragen sind Gegenstand einer bundesweiten Online-Umfrage unter Medizinstudierenden, die die KBV mit Unterstützung der Dekane beziehungsweise Studiendekane der medizinischen Fakultäten vom 14. Juni bis zum 7. Juli anbietet. Federführend für die Durchführung der Befragung sowie die Analyse der Antworten ist die Universität Trier.

Foto: Fotolia [m]
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Für KBV-Vorstand Carl-Heinz Müller ist eine hohe Teilnahmerate von entscheidender Bedeutung: „Aus den Antworten kann abgeleitet werden, was die Studierenden in ihrem Berufsleben wollen und wie die künftigen Strukturen aussehen müssten, um bei möglichst vielen jungen Medizinern das Interesse an der Niederlassung zu wecken. Ein hoher Beteiligungsgrad würde bei diesen wichtigen Fragen repräsentative Ergebnisse bringen.“

Ein weiteres essenzielles Ergebnis dieser Umfrage könnte auch darin bestehen, dass bereits während des Studiums die richtigen Akzente gesetzt werden könnten, um die angehenden Ärztinnen und Ärzte für eine Tätigkeit am Patienten zu gewinnen. Die Bereitschaft der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf die Anregungen, Wünsche und Erwartungen der Studierenden bei der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen späterer ärztlicher Tätigkeit einzugehen, ist groß. Müller dazu: „An den Medizinstudierenden vorbei werden wir die Probleme nicht lösen können.“ Josef Maus

Die Online-Umfrage kann aufgerufen
werden unter:
www.unipark.de/uc/medizinstudierende.

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