ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2011Gesundheitsforschung: Berlin forciert Zentrenbildung

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Gesundheitsforschung: Berlin forciert Zentrenbildung

Dtsch Arztebl 2011; 108(3): A-63 / B-51 / C-51

Richter-Kuhlmann, Eva

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Bun­des­for­schungs­minis­terin Annette Schavan hat sich für das neue Jahr viel vorgenommen: Sie will die deutsche Forschungslandschaft umkrempeln. Für sechs Volkskrankheiten – Diabetes mellitus, Infektionen, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen und Krebs – soll es Ende 2011 jeweils ein Deutsches Zentrum für Gesundheitsforschung geben.

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann, Redakteurin für Gesundheits- und Sozialpolitik in Berlin
Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann, Redakteurin für Gesundheits- und Sozialpolitik in Berlin

Das „Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen“ sowie das „Deutsche Zentrum für Diabetesforschung“ existieren bereits. 2009 hatte sie die Bundesregierung gegründet. Im Zusammenhang mit dem „Rahmenprogramm Gesundheitsforschung“ der Bundesregierung sollen nun vier neue Gesundheitsforschungszentren eröffnet werden: Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung, das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung sowie das Deutsche Zentrum für Lungenforschung. In diesen Zentren sollen Kräfte gebündelt und Forscher aus der universitären und außeruniversitären Forschung zusammengebracht werden, damit neue Therapien möglichst schnell zu den Menschen kommen.

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Am 20. Januar fiel offiziell der Startschuss: Es wurde das Wissenschaftsjahr eröffnet, das 2011 unter dem Leitgedanken „Jahr der Gesundheitsforschung“ steht. Im Juni schließlich sollen die Standorte für die Gesundheitszentren mit interdisziplinärer Forschung präsentiert werden, kündigten Schavan und Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Philipp Rösler gemeinsam an. Beide hatten sich medienwirksam an einem „Praxistag“ an die Berliner Charité, „einem Ort herausragender Gesundheitsforschung“, begeben, um ihre Pläne vorzustellen. Eine ähnlich gute Kooperation wie zwischen ihren Häusern erwarteten sie nun auch von den Akteuren der Gesundheitsforschung, erklärten sie.

„Die Gesundheitsforschungszentren sind das Herzstück des Rahmenprogramms“, betonte Schavan. Eine strukturierte Weiterentwicklung der deutschen Forschungslandschaft und eine national besser abgestimmte Forschungsstrategie seien wichtiger als eine intensive finanzielle Förderung. Gleichwohl wolle die Bundesregierung für dieses Vorhaben auch einiges an „frischem“ Geld bereitstellen: 5,5 Milliarden Euro sollen bis 2014 in die institutionelle Förderung und die Projektförderung innerhalb der Gesundheitsforschung fließen. Die Mittel für andere Projekte sollen jedoch nicht gekürzt werden, versprach die Ministerin. Im Rahmenprogramm ist die Verteilung der Gelder auf sechs „Aktionsfelder“ vorgesehen: Volkskrankheiten, Individualisierte Medizin, Präventions- und Ernährungsforschung, Versorgungsforschung, Gesundheitswirtschaft sowie Gesundheitsforschung in internationaler Kooperation.

Die nationalen Kooperationspartner der neuen Zentren haben sich größtenteils bereits gefunden. Nachdem es bei der Gründung der beiden ersten Zentren Irritationen zwischen den universitären und außeruniversitären Partnern gegeben hat, wird es nun bei den neuen Partnern besonders auf faire Verträge ankommen. Denn sicher ist: 2010 war das Wissenschaftsjahr „Zukunft der Energie“; 2011 wird – zumindest inoffiziell – das Jahr der „Zukunft der deutschen Forschungslandschaft“.

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann
Redakteurin für Gesundheits- und Sozialpolitik in Berlin

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