ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2011Michael Hoffmann-Bayer: Ein Helfer mit langem Atem

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Michael Hoffmann-Bayer: Ein Helfer mit langem Atem

Dtsch Arztebl 2011; 108(3): A-113 / B-87 / C-87

Hahn, Thomas

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Michael Hoffmann-Bayer, Foto: privat
Michael Hoffmann-Bayer, Foto: privat

Seinen Humor hat sich Michael Hoffmann-Bayer in 30 Jahren Sozialarbeit mit Drogenabhängigen nicht nehmen lassen. „Zu Beginn hat man uns gesagt: ,Schafft euch Stahlbetten und einen Schäferhund an bei dem, was ihr vorhabt‘“, erzählt er. Auf den Hund hat er verzichtet. Die Betten stehen noch in der pieksauberen Übernachtungsstelle für Drogensüchtige am Rand des Berliner Tiergartens, die abends um halb acht Uhr öffnet und morgens wieder schließt. Sie hat gerade ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert.

Diese Krisenwohnung, sagt Hoffmann-Bayer nicht ganz unbescheiden, sei eine geniale Idee gewesen. Drogensüchtige bekommen ohne Vorbedingungen Hilfe, sollen sich mittelfristig jedoch mit dem Ausstieg befassen – ein unideologischer Ansatz der 80er Jahre. „Die Politik wollte dieses Angebot“, betont Hoffmann-Bayer. Und bei den Suchtkranken hatte „es endlich ein Ende mit den Ausreden“.

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So wurde seine Krisenwohnung zum möglichen Anfang vom Ende oft langer Drogenkarrieren. Bei einer Einrichtung ist es nicht geblieben. Heute leitet Hoffmann-Bayer den Notdienst für Suchtmittelgefährdete und -abhängige e.V. mit 25 Hilfsprojekten für Drogenabhängige und 130 Mitarbeitern. Diese Basisarbeit hat es in der öffentlichen Wahrnehmung schwer. Vorurteile und die Tendenz, die zugrundeliegenden Probleme wegzuschweigen, sind Alltag für den engagierten Sozialarbeiter. Erhält der Verein eine Spende, ist das ein Grund zur Freude. Zuletzt konnte Hoffmann-Bayer davon neue Matratzen kaufen. Die müssen von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden – im Gegensatz zu den Stahlbetten. Thomas Hahn

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