ArchivMedizin studieren4/2010Famulantenaustausch: Globale Spitzenposition

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Famulantenaustausch: Globale Spitzenposition

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 4/2010: 16

Lang, Cajetan

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Die International Federation of Medical Students’ Associations hat den Famulantenaustausch in Deutschland zum zweiten Mal zum besten der Welt gewählt.

Die Arbeitsgemeinschaft Famulantenaustausch der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) versucht, möglichst vielen Medizinstudierenden aus aller Welt neue Erfahrung im Ausland zu ermöglichen. Die nötige Infrastruktur dafür bietet die International Federation of Medical Students’ Associations (IFMSA). Das gesamte Programm organisieren Studenten – ehrenamtlich. Das deutsche Programm ist weltweit eines der größten Austauschprogramme überhaupt. Zwei Bundeskoordinatoren leiten es: ein Koordinator für Deutsche, die ins Ausland möchten (Bundeskoordinator für Outgoings), und einer für Ausländer, die nach Deutschland wollen (Bundeskoordinator für Incomings). Sie organisieren den Austausch zusammen mit den Bundeskoordinatoren anderer Länder auf internationaler Ebene. In den medizinischen Fakultäten gibt es lokale Koordinatoren, die Famulaturplatz, Wohnung und das ein oder andere soziale Programm realisieren.

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Bevor ein Student in sein Gastland reist, ist viel Arbeit zu erledigen: Am Anfang steht der Vertrag zwischen zwei Ländern, der die Details des geplanten Austauschs regelt. Diese Verträge werden jedes Jahr im August auf einer der zwei jährlichen Mitgliederversammlungen (General Assembly, GA) der IFMSA gezeichnet. Dafür gibt es eine Art Markt, auf dem die Vertreter von circa 100 Ländern miteinander um Verträge feilschen, um ihren Studierenden jeweils das beste Austauschprogramm zu ermöglichen. Außerdem ist es sehr wichtig, seine Arbeitskollegen im persönlichen Gespräch kennenzulernen. Auf der einwöchigen GA werden außerdem alle internationalen Angelegenheiten besprochen und bearbeitet. Zum Beispiel haben wir ein Logbuch erstellt, in welchem die Tätigkeiten des Famulus dokumentiert werden, auch seine Aufgaben. Dies soll die akademische Qualität des Famulantenaustauschs sichern.

Austausch von Famulanten mit 90 Ländern: Deutschland schickt dabei jährlich etwa 300 Studierende ins Ausland und nimmt ungefähr die gleiche Anzahl auf. Foto: Jakob Dudziak
Austausch von Famulanten mit 90 Ländern: Deutschland schickt dabei jährlich etwa 300 Studierende ins Ausland und nimmt ungefähr die gleiche Anzahl auf. Foto: Jakob Dudziak

Um das Programm auf internationaler Ebene immer weiter auszubauen und den Austausch von Wissen, Erfahrungen und Ideen zu fördern, sind wir auf die Motivation vieler ehrenamtlich aktiver Medizinstudenten angewiesen. Die internationalen Treffen der IFMSA dienen nicht nur der Arbeit, sondern auch dazu, alle aktiven Mitglieder zusammenzubringen, um Erfahrungen auszutauschen, andere zu motivieren und sich motivieren zu lassen. Denn ohne diese Motivation, würden sich kaum Studenten finden, die sich ehrenamtlich bis zu 15 Stunden jede Woche für dieses Projekt engagieren.

In Deutschland haben wir das Glück, durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst und die Deutsche Ärzte-Finanz große Unterstützung zu bekommen, so dass wir zum zweiten Mal zum besten Famulaturaustauschprogramm gewählt wurden.

Cajetan Lang, 9. Semester, München

Die International Federation of Medical Students’ Associations, kurz IFMSA, ist der internationale Dachverband der Medizinstudierendenorganisationen. Er vertritt weltweit die Interessen von mehr als 1,2 Millionen Medizinstudierenden aus 102 Ländern. Neben der Arbeit in sechs ständigen Arbeitsgruppen nimmt die IFMSA auch zu wichtigen politischen Fragen Stellung.

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