ArchivMedizin studieren4/2010Beginner’s Guide to Research: Dein Weg in die Forschung

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Beginner’s Guide to Research: Dein Weg in die Forschung

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 4/2010: 12

Müller, Lorenz; Rostock, Universität; Dafsari, Haidar Salimi; Klinik; Neurologie, Poliklinik für; Parkinson-Forschung

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Du überlegst, eine Karriere in der Forschung einzuschlagen?

Oder dir Grundlagen zu schaffen, um deine klinische Tätigkeit mit wissenschaftlicher Arbeit zu begleiten?

Hier findest du Tipps, worauf es sich bei der Wahl deines neuen Arbeitsumfelds zu achten lohnt.

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Foto: iStockphoto
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Die Grundsatzfrage: Was motiviert dich zu forschen?

Hast du intrinsisches Interesse, Neues zu entdecken, an die Grenzen des Wissens zu gelangen und dich dabei zum Spezialisten zu machen? Oder soll die Forschung deine klinische Laufbahn flankieren, um vor allem im universitären Bereich die Karriereleiter zu erklimmen? Ewige Liebe oder Lebensabschnittsgefährte? – Klarheit über diese Frage wird dir helfen, deine Karriere durchdacht zu planen.

Die Informationsphase beginnt

Selbstverständlich beginnen alle Recherchen im Vorfeld mit der Frage, was die thematischen Schwerpunkte der Arbeitsgruppe (AG) sind und ob diese zu den eigenen wissenschaftlichen Interessen passen. Eine einfache Recherche bei Pubmed und natürlich auf der Homepage der AG empfiehlt sich. Dies wird dir ein erstes Bild über die Forschungsschwerpunkte und die Qualität der Publikationen geben. Das sind Punkte, die vor allem langfristig für die Karriere wichtig sind. Bei der ersten Recherche solltest du auch einen Blick auf die Kooperationen der AG werfen, also ihrer Vernetzung in der Welt der Wissenschaft. Viele Arbeitsgruppen geben auf ihrer Homepage auch Informationen über erworbene Drittmittel an, was als ein zusätzliches Qualitätsmerkmal gesehen werden kann und es letztlich den AG-Mitgliedern ermöglicht, ihre guten Ideen in konkrete Projekte umzusetzen.

Das persönliche Gespräch

Im persönlichen Gespräch stellt sich natürlich die Frage des persönlichen Eindrucks – „Stimmt die Chemie?“ Nehmen sich AG-Leiter und Postdocs Zeit für die ersten Gespräche? Es empfiehlt sich, die Leistungsträger der AG im Vorfeld kennenzulernen. Auch Informationen zu regelmäßigen Aktivitäten und Terminen der AG, beispielsweise regelmäßige gemeinsame Arbeitstreffen, Journal Clubs und gemeinsame Fortbildungen, komplettieren das Bild von der Struktur der AG.

Wie sieht der Alltag aus, wie sind die Perspektiven?

Wenn du die Arbeitsgruppe gefunden hast, die dich interessiert, ist eine der wichtigsten Fragen: Mit welchen Methoden arbeitet das Labor? Ist es gut ausgerüstet, und ist das nötige Know-how vorhanden? Sind vor allem Ansprechpartner für fachlich-methodische Fragen in der Anfangsphase im Labor präsent? Gibt es medizinisch-technische Assistenten, die einem helfen dürfen?

Nimm dir Zeit, und bitte um Gespräche mit den Postdocs! Was sind ihre thematischen Schwerpunkte? Wie weit sind die Postdocs? Wie auch beim Chef, lohnt sich oft bei Postdocs die Frage danach, wie sich die AG entwickeln könnte und soll. Eine entsprechende Antwort kann Planungssicherheit schaffen und dich langfristig motivieren, deinen Beitrag zur dieser Entwicklung zu leisten. Vor allem, wenn du aus wissenschaftlicher Arbeit während des Studiums Erfahrung sammeln konntest, solltest du im Gespräch mit dem Chef und Postdocs erörtern, ob sich eigene Schwerpunkte umsetzen lassen. Auf der anderen Seite ist für dich auch die Information wichtig, ob sich Postdocs vielleicht außerhalb des Labors bewerben wollen. Wenn sie nicht mehr im Labor arbeiten, stellt sich die Frage, ob eine Fortführung des Projekts weiterhin möglich ist.

Wichtig sind auch folgende Fragen:

1) Wie wird publiziert, das heißt, wie wird die Reihenfolge der Autoren gehandhabt? Vor allem Erst- und Letztautorenschaften können bei Artikeln, die in Zeitschriften mit guten Impact-Faktoren erscheinen, Aushängeschilder für die Karriere sein und die Habilitation ermöglichen.

2) Eine Formalie, die angesprochen werden sollte, ist der Tarif, unter dem man arbeiten würde. Über welchen Tarifvertrag soll vergütet werden, handelt es sich um eine halbe oder ganze Stelle? Es besteht auch die Möglichkeit, ein Stipendium anzustreben. Stipendien sind hervorragende Aushängeschilder für den eigenen Werdegang und entlasten den Etat der Arbeitsgruppe.

3) Es empfiehlt sich zu eruieren, wie die Chancen sind, nach Ablauf des Projekts übernommen zu werden, als Forscher in der Forschungseinrichtung oder als Kliniker in der zugehörigen Klinik.

Lorenz Müller,
Universität Rostock, Institut für Physiologie, Epilepsie-Forschung

Haidar Salimi Dafsari,
Universität Köln, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Parkinson-Forschung

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